Bremen - Die Zahl der Salafisten ist im Bundesland Bremen im vergangenen Jahr auf rund 540 gestiegen. Das waren rund 40 mehr als im Vorjahr, wie Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Mittwoch bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes für das Jahr 2018 sagte. Die Stadt gilt somit als Salafisten-Hochburg.

Nicht alle Salafisten seien gewalttätig – aber die Szene sei ein Nährboden für Radikalisierung und Gewalttaten. Daher müsse sie beobachtet werden. Die Zahl der militanten Salafisten – sogenannte Gefährder – liege im niedrigen zweistelligen Bereich. Die Bedrohung durch islamistisch motivierte Täter sei gleichbleibend hoch. „Wir müssen hellwach sein“, sagte der Leiter des Bremer Landesamtes für Verfassungsschutz, Dierk Schittkowski.

Der Salafismus ist eine extrem konservative Strömung des Islams. Anhänger beziehen sich ausschließlich auf den Koran. Ziel der Salafisten ist die Umgestaltung von Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft nach ihrem Regelwerk – die Errichtung eines islamistischen Gottesstaates.

Neben der islamistischen Szene hat der Bremer Verfassungsschutz den Rechtsextremismus im Blick. „Rechtsextremisten gelingt es zunehmend, Einfluss auf Teile der Gesellschaft zu nehmen“, heißt es in dem Bericht.

Im Blickpunkt ist dabei vor allem die Jugendorganisation der Partei AfD. Deren Anhänger propagierten politische Konzepte, die auf Ausgrenzung und Rechtlosstellung von Ausländern, Migranten und politisch Andersdenkenden gerichtet seien.

Die Zahl der Straftaten, die als politisch motivierte Kriminalität von rechts eingestuft wurden, ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 110 auf 152 Straftaten gestiegen.

Im Bereich Linksextremismus wurden in Bremen 119 Straftaten registriert, davon waren 15 Gewaltdelikte. Im Vorjahr lag die Zahl bei 126 - darunter 11 Gewalttaten.