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NWZonline.de Nachrichten Politik

Manöver: Truppenverlegung über Bremerhaven

16.01.2020

Bremerhaven /Berlin Die größte Truppenverlegung der USA nach Europa seit 25 Jahren steht unmittelbar bevor. Wie Bundeswehr und US Army in Berlin ankündigten, startet die großangelegte Militärübung „Defender Europe 2020“ bereits in der kommenden Woche mit den ersten Transporten – allerdings noch im überschaubaren Rahmen. Der Großteil der Konvois, mit denen Tausende Soldaten samt Material und Fahrzeugen nach Osteuropa gebracht werden sollen, sei für Ende Februar und Anfang März geplant.

Im Rahmen der Großübung sollen testweise rund 20 000 Soldaten von den USA quer durch Deutschland nach Osteuropa verlegt werden, um für eventuelle Krisenfälle gewappnet zu sein. Darüber hinaus sind mehrere weitere Übungen in Deutschland, Polen, Georgien und dem Baltikum geplant, sodass insgesamt 37 000 Soldaten aus 18 Nationen beteiligt sein werden. Der stellvertretende Kommandeur der US Army Europe, Major General Andrew Rohling, sprach von einem Signal, dass die USA ihrer Verantwortung für Europa und die Nato-Partner gerecht würden.

Die Einsatzkräfte und das Material aus den USA sollen per Schiff und Flugzeug nach Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland gebracht werden. In Bremerhaven sollen die ersten Transportschiffe etwa nach derzeitiger Planung am 22. Februar entladen werden. Der Weitertransport nach Polen und in die baltischen Staaten erfolgt anschließend per Straße und Schiene.

Die Hauptrouten durch Deutschland führen den Angaben zufolge über Aachen, Dortmund, Hannover, Berlin und Frankfurt (Oder) sowie von Bremerhaven über Hamburg und Berlin nach Stettin. Weiter südlich soll es zudem über Mannheim und Dresden Richtung Görlitz gehen. Wenn im Juni sämtliche Übungen abgeschlossen sind, werden Truppen und Material wieder zurück in die USA verlegt.

Um die Belastung für die Bevölkerung zu minimieren, werde der Großteil der Transporte nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr erfolgen, versicherte Rohling. „Wenn es gut geht, wird man es nicht bemerken“, ergänzte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis der Bundeswehr. Auszuschließen seien Staus und Behinderungen auf den Straßen jedoch nicht.

Die Militärübung ist allerdings nicht unumstritten und wird von Kritikern als Provokation gegenüber Moskau verstanden. Dies wiesen die Verantwortlichen ausdrücklich zurück. Schon 2017 war Bremerhaven für eine ähnliche Übung genutzt worden.

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