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NWZonline.de Nachrichten Politik

Künftige Kommissionschefin ein echtes Kind Europas

04.07.2019

Brüssel /Berlin Geburtsort Brüssel – wenn das kein Ausweis europäischer Gesinnung ist. Ursula von der Leyen ist 1958 in der belgischen Hauptstadt geboren. Ihr Vater, der CDU-Politiker und spätere niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht, war damals Kabinettschef im Team des letzten deutschen Kommissionspräsidenten Walter Hallstein. Genau dieses Amt soll nun von der Leyen übernehmen. Die neue Kommissionschefin ist also ein echtes Kind Europas. „Ich liebe Europa. Jeder von kann etwas für Europa tun, egal an welchem Ort“, so von der Leyen.

Die 60-jährige CDU-Politikerin findet ihren Ort in Europa – an der Spitze der EU-Kommission. Als stille Personalreserve der Union galt von der Leyen schon länger. Mal wurde sie als Kanzlerin gehandelt, mal als Bundespräsidentin. „In jeder Generation gibt es einen Kanzler. In meiner Generation ist das Angela Merkel“, winkte von der Leyen ein ums andere Mal ab, wenn sie als Merkel-Nachfolgerin ins Spiel gebracht wurde. Jedes Mal zerschlugen sich die Hoffnungen. Nun folgt der Wechsel nach Brüssel als erste Frau in der Geschichte an der Spitze der EU-Kommission.

Als Brückenbauerin in Brüssel gefragt

Von der Leyen genießt in Brüssel hohes Ansehen. Die Verteidigungsministerin war es, die die engere Zusammenarbeit der EU-Staaten in der Verteidigungspolitik mit vorantrieb. Und sie war es, die vor drei Jahren einen Ausgleich zwischen der Türkei und Griechenland zum Aufbau einer Seenotrettungsmission im östlichen Mittelmeer einfädelte. Brückenbauer sind gefragt derzeit in Brüssel. Dass sie fließend Französisch und Englisch spricht ist dabei ebenfalls von Vorteil. Er möchte auch so brillant Französisch und Englisch parlieren, seufzte Wolfgang Schäuble mal am Rande eines G20-Treffens über die damalige Kabinettskollegin.

Bendlerblock als Schleudersitz oder Sprungbrett?

Von der Leyen, Mutter von sieben Kindern, ist ausgebildete Ärztin. „Meine sieben Kinder habe ich immer als unglaublich großes Geschenk betrachtet. Obwohl ich mich rückblickend manchmal frage, wie sich das alles zurechtgeschüttelt hat“, gestand sie einmal. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) holte die Christdemokratin 2003 als Seiteneinsteigerin als Sozialministerin in sein Kabinett, schon ein Jahr später rückte sie ins Präsidium der Bundes-CDU auf, wurde später CDU-Vizechefin. 2005 folgte der Wechsel als Familienministerin nach Berlin, später übernahm sie das Arbeitsministerium. Seit 2013 führt sie das Verteidigungsressort – als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik. Eine Aufgabe, um sich für höhere Aufgaben empfehlen, doch der Chefposten im Berliner Bendlerblock gilt als Schleudersitz. Für von der Leyen ist auch er ein Sprungbrett.

„Als ich anfing, wurden Wetten abgeschlossen, wie viele Tage ich durchhalte“, erinnerte sie sich in einem Interview. Mit ihrer zurückhaltenden Strenge und dem Eifer der Wissbegierigen verdiente sie sich rasch den Respekt der Truppe. Doch ist sie in Bundeswehr nicht immer unumstritten. Dass sie den Soldaten ein Haltungsproblem bescheinigte, einen harten Umgang mit der traditionsbelasteten deutschen Armeegeschichte pflegte, kam nicht gut an. Kleiner Nebeneffekt des Wechsels nach Brüssels, auch lästige Affären wie die Millionenkosten für die Sanierung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ oder den Abschluss teurer Beraterverträge bleiben wohl in Berlin zurück.

Von der Quereinsteigerin zur Multi-Ministerin

„Sie ist konservativ und modern, diszipliniert und unberechenbar, weltläufig und heimatverbunden. Und sie könnte Angela Merkel als Kanzlerin nachfolgen“, beschreiben ihre Biografen Elisabeth Niejahr und Peter Dausend, die Powerfrau, die stets als Merkels „Allzweckwaffe“ galt, in ihrem Buch „Operation Röschen“. „Röschen“, der Kosename ihrer Kindheit. Die „Zeit“-Autoren Beschreiben das „System von der Leyen“, ihre besondere Art der Selbstinszenierung. Von der Polit-Quereinsteigerin in Hannover, zunächst noch protegiert von ihrem Vater Ernst Albrecht, dem langjährigen Ministerpräsidenten Niedersachsens, zur Multi-Ministerin und möglichen Merkel-Nachfolgerin und schließlich zur EU-Kommissionspräsidentin – eine beispiellose politische Karriere. Von der Leyen hat stets etwas gewagt, ist dabei angeeckt, sich auch in der eigenen Partei nur wenig Freunde gemacht. Geschadet hat ihr es ihr auf dem Weg nach oben offenbar nicht.

Ursula von der Leyen hat jetzt Größeres vor. Sie muss Europa retten. Was passiert, wenn Manfred Weber im Kreis der EU-Staats- und Regierungschefs scheitert, wurde von der Leyen zuletzt auf der Berliner Bühne gefragt: „Die goldene Regel lautet: Nie hypothetische Fragen beantworten.“ Die neue Kommissionspräsidentin hat sich daran gehalten. Mit Erfolg.

Peter Riesbeck Korrespondentenbüro Berlin
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Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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