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NWZonline.de Nachrichten Politik

Deutscher an Spitze der EU-Sozialdemokraten

22.03.2018

Brüssel Der Mann hat echt Mut. Udo Bullmann ist am Dienstagabend zum Chef der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament gewählt worden. Es ist ein Zeitpunkt, an dem die Welt der Genossen in Scherben liegt. In den Niederlanden wurden sie pulverisiert, in Frankreich geradezu brutal dezimiert, in Italien abgewählt. In Deutschland hat sich die SPD mit dem bislang schlechtesten Wahlergebnis gerade noch in eine neue Koalition gerettet.

Der 61-jährige Hesse setzt dagegen sein Konzept, das er selbst als „nachhaltige Politik“ beschreibt: Notwendig seien gemeinsame Antworten der europäischen Sozialdemokraten für die Herausforderungen einer „immer ungerechteren Wirtschaft, der globalen Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und ein Auseinanderdriften unserer Gesellschaft“, schrieb er Ende vergangenen Jahres in der Parteizeitung „Vorwärts“. So müsse die Sozialdemokratie „sattelfest“ für die Zukunft gemacht werden. Nun sitzt Bullmann dafür an einer Schlüsselstelle.

Er stammt aus Gießen, studierte dort Politikwissenschaft, Soziologie, öffentliches Recht und Ökonomie. 1988 promovierte er, setzte seine Laufbahn an der Strathclyde-Hochschule in Glasgow fort und wirkte dann als Jean-Monnet-Professor für Europastudien wieder an der Universität Gießen.

Bereits 1975 trat er in die SPD ein. Bis 1991 war er bei den Jungsozialisten aktiv – zuletzt als deren Landeschef. 1999 wechselte Bullmann ins Europaparlament, übernahm 2012 den Vorsitz der deutschen SPD-Gruppe.

Der Vater von drei Kindern gilt unter seinen Parteifreunden als glühender Fußballfan, was sich auch in der politischen Arbeit widerspiegelt. „Das ist die entscheidende Spielsituation“, „Alle müssen auf dem Platz stehen“ oder „Nur als Mannschaft können wir das Spiel gewinnen“ sind Sätze, die sich in seinen Reden immer wieder finden. Und falls er wirklich mal Zeit hat, etwas anderes als EU-Vorlagen oder Partei-Informationen zu lesen, dann greift er derzeit zu dem Roman „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse, ein spannendes Opus über die Vorgänge in Brüssel, erzählt an fiktiven Figuren aus der Führungsetage der EU.

Bullmann verstärkt nun – um in seinen Wortbildern zu bleiben – die deutsche Stürmer-Riege. Sein unmittelbarer Gegenspieler ist Manfred Weber, Chef der christdemokratischen Fraktion. Bei den Grünen gehört die Deutsche Ska Keller zum Fraktionsvorstand. Bullmann hat solche nationalen Spielereien aber nicht im Sinn. Ihn interessiert Europa.

Detlef Drewes Redaktion Brüssel /
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