BRüSSEL - Deutschlands Hobbyangler sind beunruhigt. Denn wenn Europas Landwirtschaftsminister an diesem Dienstag über eine wirkungsvollere Kontrolle der Hochseefischerei verhandeln, geht es am Rande auch um die Freizeitfischer. Die Kommission will nämlich ein Fangregister einführen, das auch für Hobbyfischer gelten soll. Sie sollen zwar nicht jede Rotfeder oder jeden Karpfen melden, die sie aus dem Wasser ziehen, aber die Brüsseler Beamten wollen einen Überblick über die gesamten Fischbestände erhalten.
Es gehe einzig und allein um Hochsee- und Küstenfischerei, nicht um Angler, die am Karpfenteich stehen, heißt es aus Brüssel. Trotzdem beäugen die Fischer die Vorschläge der EU skeptisch. Sollte sich nämlich durch Hochrechnungen herausstellen, dass bei einer bestimmten Spezies der Anteil der Hobbyangler „signifikant“ ist, können Vorgaben gemacht werden – unter Umständen sogar die nationale Fangquote der Berufsfischerei gekürzt werden. „Dann“, so fürchtet der Vorsitzende des deutschen Sportfischerverbands, Peter Mohnert, „haben wir Krieg zwischen den Profis und den Hobbyfischern.“ Die Bundesregierung plant erst einmal Studien zum Thema. Es dürfte deshalb noch dauern, bis aus dem Entwurf eine EU-Verordnung wird.
Kommentar, S.4
