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NWZonline.de Nachrichten Politik

EU sagt Impfverweigern den Kampf an

13.09.2019

Brüssel Es geht um nicht weniger als 25 Millionen Menschen weltweit. So viele Leben könnten im nächsten Jahrzehnt gerettet werden, wenn Eltern ihre Kinder systematisch impfen lassen würden – das hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerechnet. Diese Zahlen waren es, die am Donnerstag in Brüssel beim Weltimpfgipfel für flammende Appelle sorgten. „Jede Minute, die wir zögern, uns für Impfungen einzusetzen, kostet Kinder ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben“, rief EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis den 400 Vertretern von Regierungen und Organisationen zu. „Es kann nicht angehen, dass in einer so hoch entwickelten Welt wie der unseren noch immer Menschen an Krankheiten sterben, die schon seit Langem hätten ausgerottet sein sollen“, so EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

84 Todesfälle in Europa

Der seit Anfang 2018 verzeichnete Anstieg an Masern-erkrankungen (damals waren es 84 462 Fälle europaweit im ganzen Jahr) hat sich fortgesetzt – auf nun mehr als 90 000 Fälle europaweit nur in der ersten Jahreshälfte. Zwischen 2016 und 2019 gab es 84 Todesfälle.

Bebe Vio hat insofern noch Glück gehabt. Die 22-Jährige gehört zur italienischen Mannschaft der Rollstuhlfechter, war mehrfach Europa- und Weltmeisterin. Mit elf erkrankte sie an einer schweren Meningitis, weil sie, wie sie selbst sagte, nicht geimpft war. Beide Beine mussten amputiert werden. Außerdem verlor sie beide Unterarme. In Brüssel meldete sie sich per Video zu Wort: „Wir brauchen Impfungen, bitte lassen Sie uns alle dafür kämpfen.“

Doch die Skepsis vieler Eltern sei groß, berichteten Vertreter mehrerer Organisationen. Bei einer Umfrage stellte sich heraus, dass 48 Prozent der Europäer glauben, Impfstoffe verursachten schwere Nebenwirkungen, 38 Prozent glauben sogar, dass sie Erkrankungen auslösen, und 31 Prozent vertraten die Auffassung, Impfungen würden das Immunsystem schwächen. „Das ist alles falsch“, betonte die belgische Gesundheitsministerin Maggie de Block. Aber alle Experten kamen zum gleichen Schluss: „Wir müssen mehr Vertrauen schaffen“, sagte die Südafrikanerin Laetitia Rispel, Präsidentin des Weltverbandes der Gesundheitsorganisationen.

Quote von 99 Prozent

Das dürfte nicht reichen. Stattdessen wird der Ruf nach staatlicher Impfpflicht inklusive Strafandrohung lauter. Ungarn führte bereits 1998 eine Impfpflicht ein. Wer sich entzieht, muss mit Bußgeld oder sogar Schulausschluss rechnen. Laut Unicef sind dort inzwischen 99 Prozent der Kinder geimpft – eine der höchsten Raten in der EU. Nach einem Anstieg von Masernfällen hierzulande brachte auch die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg, das eine Impfpflicht dagegen ab 1. März 2020 vorsieht.

„Impfungen sind eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte der Menschheit“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Diese Botschaft müsse von dem Treffen in Brüssel ausgehen.

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NWZonline.de/gesundheit
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Detlef Drewes Redaktion Brüssel /
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