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Brexit Bye-bye Britain

Christoph Meyer

Brüssel/London - Trauer, Wut und auch Häme: Der letzte Tag der britischen EU-Mitgliedschaft nach fast 50 Jahren war am Freitag von starken Emotionen begleitet. Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum ist Großbritannien ab Samstag kein Mitglied der Europäischen Union mehr.

Im Regierungsviertel in London standen sich Demonstranten beider Seiten des Brexit-Streits unversöhnlich gegenüber. Gegner des EU-Austritts, die in einem weitgehend stummen Protestzug vom Regierungssitz Downing Street in Richtung Parlament zogen, wurden von Brexit-Befürwortern teils mit wüsten Beschimpfungen und Sprechchören empfangen.

Merkels Botschaft

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte den Wunsch nach einer engen Beziehung auch in der Zukunft. „Das ist ein tiefer Einschnitt für uns alle“, sagte sie in ihrem Podcast am Freitag. Deutschland wolle aber enger Partner und Freund von Großbritannien bleiben, „denn uns einen gemeinsame Werte“.

Der Austritt der Briten sei immer noch schade, twitterte Außenminister Heiko Maas, fügte aber hinzu: „Morgen schlagen wir ein neues Kapitel auf.“ Bis Jahresende gilt eine Übergangsfrist, in der sich fast nichts verändert. In dieser Zeit wollen Brüssel und London klären, wie sie künftig im Handel und auf vielen anderen Politikfeldern zusammenarbeiten. Die Frist ist allerdings sehr knapp.

Ein hartes Ringen ist absehbar. Wie der britische Premierminister Boris Johnson bereits durchsickern ließ, will er sein Land von der Anbindung an EU-Regeln möglichst freimachen, selbst wenn dies Handelsschranken wie Zölle bedeuten könnte. Souveränität sei wichtiger als reibungsloser Handel, will er nach einem Bericht des „Telegraph“ nächste Woche als Ziel ausgeben.

Johnson betonte die Chancen des Neuanfangs für sein Land. „Es ist ein Moment der echten nationalen Erneuerung und des Wandels“, erklärte der Premier vorab aus einer Videobotschaft, die für den späten Abend vorgesehen war. Seine Aufgabe sei es nun, das Land zu einen und voranzubringen.

Feiern ohne Pomp

Die britische Regierung hatte nur Feiern ohne viel Pomp zum Zeitpunkt der historischen Zäsur um 23 Uhr Ortszeit angesetzt – ohne Geläut des Big Ben, nur mit britischen Flaggen am Parliament Square und einem projizierten Countdown am Regierungssitz.

Ausgelassene Feiern vor dem Parlament hatten nur die Brexit-Partei und ihr Chef Nigel Farage unter dem Motto „Leave means Leave“ für Freitagabend organisiert. Ein Feuerwerk wurde Farage allerdings untersagt. Wie es nun weitergeht und einen Kommentar lesen Sie im Innenteil.

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