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NWZonline.de Nachrichten Politik

EU hilft bei Schutz vor Wölfen

19.01.2019

Brüssel Von etwa 1000 Wölfen in Deutschland sprechen die Behörden. Wo er auftaucht, hinterlässt er seine tödlichen Spuren. Ausgerechnet am „Tag des Wolfes“ im Mai 2018 riss ein Tier im Schwarzwald 40 Schafe und sorgte für „ein Bild des Grauens“, wie Annette Wohlfahrth, Geschäftsführerin des Schafzuchtverbandes, feststellte.

Bisher können die betroffenen Bauern die entstandenen Schäden an Weiden, Zäunen und Tierherden von den Ländern nur zu 80 Prozent erstattet bekommen – mehr ließ das Beihilferecht der EU nicht zu. Das wird nun anders. „Wir wissen um die Bedrohung, die Wolfsrudel für Tierhalter in einigen Regionen Deutschlands bedeuten, und wollen dies in unseren Bestimmungen zur Förderung des ländlichen Raums berücksichtigen“, hatte EU-Agrarkommissar Phil Hogan schon vor einigen Tagen angekündigt. Am Freitag machte er ernst.

Demnach können Viehhalter künftig die Schäden zu 100 Prozent erstattet bekommen – von den Bundesländern. Die Beihilfe-Regeln wurden entsprechend angepasst. Außerdem will Brüssel mit Subventionen die Errichtung von besonderen Schutzzäunen und die Anschaffung von Spezialhunden zur Abwehr von Wolfsrudeln unterstützen.

Dass es dabei um viel Geld geht, bestätigt das Bundesagrarministerium. In Berlin hat man errechnet, dass allein die Anschaffung eines Herdenschutzhundes mit rund 4000 Euro zu Buche schlägt – hinzu kommen noch einmal 1000 Euro im Jahr für die artgerechte Haltung der Tiere.

Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) nennt konkrete Zahlen für Deutschland: Um nur die Schafherden wirkungsvoll vor Wölfen zu schützen, müssten 26 500 Kilometer an Sicherheitszäunen neu gezogen werden, was rund 16,5 Millionen Euro kostet. Außerdem werden 17 150 Herdenschutzhunde benötigt, deren Anschaffung etwa 51,4 Millionen Euro erfordert. Hinzu kommen Ausgleichszahlungen für gerissene Tiere – das waren schon im Jahr 2016 knapp 140 000 Euro. Für weitere Präventionsmaßnahmen gaben die deutschen Behörden laut Bundesamt für Naturschutz schon 2016 rund 1,2 Millionen Euro aus. Und das sind nur die Summen für Deutschland.

EU-Agrarkommissar Hogan machte am Freitag allerdings auch klar, dass Brüssel nicht daran denke, den Schutz der Wölfe preiszugeben.

Detlef Drewes Redaktion Brüssel /
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