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Oldenburgerin übernimmt Fraktionsvorsitz der Linken
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Aktualisiert vor 8 Minuten.

Amira Mohamed Ali
Oldenburgerin übernimmt Fraktionsvorsitz der Linken

NWZonline.de Nachrichten Politik

Der Osten kann es besser

08.04.2019

Budapest /Visegrad /Liptovský Mikuláš Nach Tagen in den Großstädten des Ostens mag ich es gar nicht mehr glauben: Es gibt tatsächlich noch Regionen, die richtig wild sind. So die Niedere Tatra in der Slowakei, in die es mich heute von Budapest aus verschlagen hat. Und um Wildnis und wilde Tiere soll es tatsächlich morgen hier auch gehen.

Verkehr? Den gab es auf dem Weg kaum. Einmal sah ich eine halbe Stunde kein einziges Auto und keinen einzigen Menschen. Die Straßen durch diese Berge sind so schmal dass die rund 250 Kilometer fast fünf Stunden gedauert haben. Und trotz der Abgeschiedenheit: Technologie kann man hier. Es gab überall, auch in den düstersten Winkeln des Waldes, ein stabiles Handynetz und G4-Internetversorgung. Das ist etwas, das man von Deutschland nicht sagen kann.

Wir Deutschen bilden uns ja gern ein, das Geschenk Gottes an den technologischen und gesellschaftlichen Fortschritt zu sein. Die so genannten „Wenden“ beim Verkehr und bei der Energie kommen da mit einem missionarischen Unterton daher, der vermeintlich „gestriges“ Denken und Handeln in anderen Teilen Europas mit Naserümpfen quittiert. Doch in Wirklichkeit sind die Deutschen in so mancher Hinsicht wirklich rückständig – etwa bei der Versorgung mit mobilem Internet. Da kaufen uns die Mittel- und Osteuropäer locker den Schneid ab.

Hier geht es zur Tagebuch-Übersicht: WILL MACHT EUROPA

Es zeigt sich aber auch bei Aspekten der Elektromobilität: Während in Deutschland noch die Bedenkenträger besorgt das Haupt wiegen, wenn es um die Zulassung von Elektro-Scootern geht, und die Bundesregierung tatsächlich ein Jahrzehnt (!) nach Erfindung dieser Elektro-Kleinstroller in die Puschen kommt, damit sie legal benutzt werden können, rollen diese Dinger in allen Formen bereits munter und in Größenordnungen durch Wien, Prag oder Budapest. In Wien gibt es sogar ein Verleihsystem. Man registriert sich und schnappt sich einen Roller am Straßenrand. Ist man am Ziel, bleibt er einfach stehen. Genial! Konflikte mit Fußgängern konnte ich nicht beobachten. Man hat sich arrangiert. Das deutsche Gewürge ist hingegen ein erneuter Beweis, dass auf der einen Seite viel von Technikfreundlichkeit geredet wird, wenn es aber darauf ankommt, wirklich nützliche Technologien auch zu nutzen, die Dinge im Argen liegen.

Zur E-Scooter-Diskussion in Deutschland: "Ist auf dem Gehweg bald die Hölle los"?

Freier Blick fürs Auge in Ungarn: Ein windiger Höhenzug an der Donau bei Visegrad - und kein einziges Windrad, (Foto: Will)

Dafür finden dann Aktionen wie die „Energiewende“ statt, über die man in Tschechien, Ungarn oder auch der Slowakei größtenteils den Kopf schüttelt. In Tschechien freut man sich allerdings über den neuen Markt für Atomstrom made in Czech Republic, der sich da gleich hinter der Grenze zwangsläufig entwickeln wird. Nebeneffekt dieser Energiewendenskepsis: Hier sieht man noch Landschaften, die nicht von Massen an Windrädern verunziert sind. Hier hat das Auge noch freie Bahn und wird nicht von einer inzwischen in Deutschland fast durchgehend und flächendeckend verschandelten Landschaft beleidigt. Das ist erholsam. Im ersten Moment habe ich mich tatsächlich gefragt, was an diesen Landschaften anders ist als an den deutschen. Es hat etwas gedauert, bis die Lösung da war: die fehlenden Windräder natürlich!

Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Politikredaktion
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