Lemwerder - Mit so vielen Teilnehmern hatte die Vorsitzende der Grünen, Brigitta Rosenow, bei dem gemeinsamen Protest der Anwohner und ihrer Partei gegen die weitere Abholzung entlang des ehemaligen Bahndamms gar nicht gerechnet. Knapp 30 Bürger hatten sich am Sonnabend beim Damaschkeweg eingefunden, um gegen die Abholzungsaktion entlang der ehemaligen Lemwerderaner Bahntrasse zu demonstrieren.

„Warum sollen Bäume, wie dieser über 20 Jahre alte Ahorn, einfach abgesägt werden? Es ist doch Quatsch, erst alles zu fällen und dann hinterher für viel Geld wieder aufzuforsten. Die bisher angefallenen Pflegekosten für das Gelände können es nicht sein, denn um den Bewuchs hat sich schließlich jahrelang niemand gekümmert“, beschwerte sich ein Anwohner. Sein Vorschlag war, sich wenigstens vor dem Fällen Gedanken zu machen, welche Gehölze erhaltenswert seien.

Darüber, dass für das Abfahren des Sandes, des Schotters und nicht zuletzt für das dabei reichlich anfallende Holz bezahlt wird, herrschte ebenfalls Unmut bei den nach und nach eintreffenden Demonstranten. „Das gesamte Holz, was bei der Rodung anfällt, geht an eine einzige Person. Ob die Vergabe dieses Auftrags in dieser Form so rechtens war, kann ich mir nicht vorstellen“, zweifelte einer der erbosten Teilnehmer das Verfahren an.

SPD-Ratsmitglied Heinz Feja gehörte auch mit zu den Demonstranten. Er hätte den Bahndamm mit dem in langen Jahren gewachsenem Lebensraum von zahlreichen Pflanzen und Lebewesen am liebsten so erhalten, wie er ist. Mit dieser Meinung sprach er vielen der Anwesenden aus der Seele, die diesen Bereich bisher gerne als naturbelassenes Naherholungsgebiet in direkter Nachbarschaft nutzten.

Stattdessen wird die Trasse nun den angrenzenden Flächen in der Höhe angeglichen. Brigitta Rosenow bemängelte, dass diese Maßnahme stattfindet, obwohl ein Gesamtkonzept für dieses Gebiet fehlt. „Noch sei schließlich gar nicht klar, wie die künftige Anbindung des dahinterliegenden Industriegebiets einmal aussehen soll.“

Frank Schwarz von den Grünen fand es besonders schade, dass die Rodung jetzt passiert, wo doch gerade eine Baumschutzsatzung für Lemwerder auf den Weg gebracht werden soll. Für die in diesem Bereich noch stehenden Birken, Eichen und anderen Gewächse, die einen grünen Sicht- und Lärmschutz für die angrenzenden Wohngebiete bilden, werde die Verordnung wahrscheinlich zu spät kommen.

Eine danach für viel Geld neu angelegte Grünanlage werde später auch in den Unterhaltskosten der Gemeinde zu Buche schlagen, war eine weitere Argumentation der „Kahlschlagsgegner“.