Lemwerder - Gut gemeint, aber schlecht gemacht: Auf dieses Fazit lässt sich die Kritik der Unabhängigen Wähler Lemwerder (UWL) an der diesjährigen Pflanzaktion der Gemeinde Lemwerder am kommenden Samstag (siehe Info-Box) bringen.
„Jeder gepflanzte Baum hilft der Natur. Aus diesem Grund unterstützen wir die Baumpflanzaktion“, sagt Vorsitzender Karl-Heinz Thomes. Doch die geplante Anzahl der zu pflanzenden Bäume reiche „bei weitem nicht aus, um die Gemeinde nachhaltig zu begrünen“, kritisiert er. Geplant sind, wie berichtet, Anpflanzungen auf dem Ritzenbütteler Sand, an der Flughafenstraße, auf dem ehemaligen ASL-Parkplatz (Bahndamm), am Dorfgemeinschaftshaus Altenesch sowie am ehemaligen Sportplatz in Altenesch.
Die Wählergemeinschaft hält diese Aktion für eine Alibiveranstaltung. So sei die Baumpflanzaktion die einzige in Lemwerder in Sachen Naturschutz; außerdem hätten die Bürger keine Möglichkeit gehabt, sich zu beteiligen. „Die Bürgerbeteiligung findet ausschließlich in der Form statt, dass beim Pflanzen in die vom Bauhof vorbereiteten Löcher geholfen wird“, führt Thomes aus. Es bestehe also keine Möglichkeit, auf Ort, Art und Menge Einfluss zu nehmen.
Thomes kündigt an, dass die UWL-Fraktion im neuen Gemeinderat „ein wesentlich höheres Budget für die Natur zur Bepflanzung eines Gemeindewaldes vorschlagen wird“. Zudem sollen die Bürger bei vergleichbaren Aktionen bereits im Vorfeld stärker beteiligt werden. Und es soll künftig „eine hohe Transparenz bei Pflanzung und Fällung von Bäumen“ geben.
Nach Thomes’ Angaben stehen einige Bäume, die bei vorangegangenen Aktionen gepflanzt worden waren, schon gar nicht mehr. Andere seien aus nicht nachvollziehbaren Gründen zwischendurch von einem Ort entfernt und an einem anderen erneut eingepflanzt worden. „Wir fordern eine nachhaltige Planung und einen Schutz der gepflanzten Bäume“, erklärt Thomes.
