Ganderkesee - Als konstruktive Kraft in der Kommunalpolitik wollen die Freien Wähler in Ganderkesee wahrgenommen werden. „Wir sind keine Dagegenpartei mehr“, sagte Ortsverbandsvorsitzender Arnold Hansen. Er stellte am Freitag gemeinsam mit den Spitzenkandidaten Elke Bothe, Karin Benoit und Wilfried Samtleben das Programm für die Kommunalwahl am 11. September vor.
Es steht nicht zufällig unter dem Motto „Politik von Bürgern für Bürger“: Von Mai bis Mitte Juni hat die Gruppierung eine Online-Umfrage gemacht. Genau 5152 Antworten gingen ein. 65 Prozent davon seien im Wahlprogramm berücksichtigt worden. Unter anderem wünschen sich die Bürger mehr Sicherheit. Um präventiv der steigenden Zahl von Einbrüchen entgegenzuwirken, wollen die Freien Wähler die Aktion „Aufmerksamer Nachbar“ wiederbeleben. Ein zweiter großer Punkt aus der Online-Umfrage sei der Straßenausbau gewesen.
Drei Hauptziele haben die Freien Wähler formuliert: Bürger beteiligen, solide Finanzen und mehr Sicherheit vor Ort. Eine Neuverschuldung soll es nur geben, wenn die (wie beim Rathaus-Kauf) sinnvoll ist, so Wilfried Samtleben, der im Nordbereich auf Listenplatz 1 kandidiert. Bei der Freibad-Sanierung werde es keine teure „Ganter-Therme“ geben; allerdings müsse ein Therapiebecken bei der Planung berücksichtig werden.
Mehr Barrierefreiheit in der Gemeinde ist Ratsfrau Elke Bothe wichtig. Auch setzen sich die Wähler für ein Bürgerhaus ein. Dafür werde allerdings zunächst ein Konzept benötigt. Ganderkesee müsse attraktiver für Jugendliche werden, sagt Karin Benoit, Kandidatin im Wahlbereich Süd. Die 14- bis 20-Jährigen benötigen einen Treffpunkt. Schön wäre es, wenn sich ein Investor für eine Diskothek fände. Schuleinzugsbereiche sollen geändert werden, damit Ganderkeseer zur Integrierten Gesamtschule nach Delmenhorst können. Die „Freien“ sprechen sich gegen die Ausweisung weiterer Flächen für die Windenergie aus. Es soll mehr Geld in Straßen und Wege gesteckt werden. Eine Querverbindung von der Birkenheider Straße zur B 213 wird abgelehnt.
Ziel der Freien Wähler sei es, das Wahlergebnis von 2011 – damals holte man 10,12 Prozent mit der UWG – zu wiederholen. „Wir wissen, dass das sehr schwer wird“, sagte Hansen. Aber das Team sei hoch motiviert. Und eine „gesunde Aufregung“ gehöre auch dazu.
