BüRGERFELDE - BÜRGERFELDE - Wer die Annalen und modernen Medien für einen Blick in die Vergangenheit von Oldenburg als Garnison im Allgemeinen und als Standort der Bundeswehr im Besonderen bemüht, resigniert bald: „Er findet eigentlich keine Quellen, die sich mit diesen Themen befassen, geschweige denn auseinander setzen“, sagt Herbert Hedderich. So sei die fast 50-jährige Geschichte der Bundeswehr in der „Geschichte der Stadt Oldenburg 1830 - 1995“ auf 750 Seiten die Verfasser nur fünf Seiten einschließlich eines Fotos wert, beklagt er sich.

Dies hat den Theologen, Reserveoffizier und fünffachen Vater veranlasst, vor zwei Jahren die Gründung des Vereins „Oldenburg und Bundeswehr“ zu initiieren, dessen Vorsitzender er zugleich ist. Der Verein mit derzeit 45 Mitgliedern, die in Teilen zugleich Interessenvereinigungen und Bürgervereine vertreten, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Vergangenes wie Traditionelles als Teil der Geschichte zu bewahren und durch Veranstaltungen und Begegnungen zwischen Soldaten wie Bürgern die veränderte Rolle der Bundeswehr in der Gegenwart der Öffentlichkeit zu verdeutlichen. Der Doktorand der Universität Oldenburg bedauert, dass die Bundeswehr von Kommunen vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wahrgenommen werde, weil diese Umsatzeinbußen befürchten, wenn Standorte verkleinert oder aufgegeben werden. Dabei schätzt denn auch Herbert Hedderich realistisch ein, dass die Tage Oldenburgs als ehemals drittgrößte Garnison in der Bundesrepublik gezählt sein dürften.

„Wir wollen dem Bürger vermitteln, dass Soldaten auch Menschen sind und nicht ständig mit dem Messer zwischen den Zähnen umher laufen“, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Udo Reinsch. So will man die Bevölkerung darüber informieren, dass die Bundeswehr mittlerweile neben dem eigentlichen Auftrag zur Landesverteidigung weltweit gemeinsam mit den Verbündeten internationale Krisenintervention und Terrorismusbekämpfung betreibt als auch humanitäre Einsätze wahrnimmt.

Aktuelles Anliegen des als gemeinnützig anerkannten Vereins ist die Schaffung einer Begegnungsstätte, in der generationenübergreifend Bürgerinnen und Bürger mit aktiven und ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr zusammenkommen können. Dass offenbar Bedarf besteht, belegt die Tatsache, dass im vergangenen Jahr mehrere hundert Bürger den Fliegerhorst besichtigt haben. Nach den Vorstellungen der Vereinsführung könnte das Offiziersheim zu einer Begegnungsstätte umgestaltet werden, die allen offen steht. „Man könnte die Geschichte der Garnison darstellen und das Haus für Vereinszwecke zur Verfügung stellen“, so Hedderich. Wenngleich die Politik und Bürgervereine bereits Interesse und Zustimmung bekundet hätten, bleibe die Frage der Finanzierung noch offen.

Unterstützung erhofft sich der Verein durch einen städtebaulichen Wettbewerb für die nachmilitärische Nutzung des Fliegerhorstgeländes. Einen treffenden Namen jedenfalls hat die Begegnungsstätte im Verein bereits: „Haus Alexanderheide“ als Hinweis auf die historische Bezeichnung des Flugplatzareals.

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