BüTOW/BRAUNSCHWEIG - Ungeachtet der Proteste von Gentechnik-Gegnern hat ein mecklenburgischer Landwirt am Dienstag mit dem versuchsweisen Anbau der genveränderten Kartoffel Amflora begonnen. Unter amtlicher Aufsicht wurden auf dem Feld bei Bütow nahe der Müritz die Knollen maschinell in den Boden gebracht.

Das 20 Hektar große Versuchsfeld ist nach Angaben der Firma BASF Plant Science bundesweit die einzige Fläche, auf der Amflora in diesem Jahr versuchsweise angebaut wird. In den Vorjahren gab es jedoch bereits mehrere Pflanzungen. Die genveränderte Kartoffel soll zur Stärkegewinnung genutzt werden. Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) hatte den Versuchsanbau Ende April nach heftiger Diskussion genehmigt.

Unterdessen ist der Agrar- und Biotechnikkonzern Monsanto mit seiner Klage gegen das Genmais-Anbauverbot in Deutschland gescheitert. Das Verwaltungsgericht Braunschweig entschied am Dienstag, dass das Verbot für die Sorte MON 810 bestehenbleibt. Damit bestätigte erstmals ein deutsches Gericht in einem Eilverfahren die Rechtmäßigkeit des Genmais-Stopps. Monsanto will weitere rechtliche Schritte prüfen. Dagegen begrüßte Ministerin Ilse Aigner (CSU) das Urteil. Sie hatte den Anbau Mitte April wegen Bedenken gestoppt.

Die Richter erklärten, es gebe keine gesicherten Erkenntnisse, dass der Genmais zu erhöhten Gefahren für die Umwelt führe. „Neuere Untersuchungen könnten jedoch darauf hindeuten, dass der im Genmais produzierte Giftstoff nicht nur gegen den Schädling wirkt, der damit bekämpft werden soll, sondern auch gegen weitere Insekten“, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung. Außerdem sei nach aktuellen Studien davon auszugehen, dass sich Genmais-Pollen deutlich weiter verbreiten können als dies bisher angenommen wurde.