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NWZonline.de Nachrichten Politik

Natur: Bund denkt über Wolfsabschüsse nach

06.01.2017

Berlin Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) prescht vor, hat genug von immer mehr Wolfsattacken, verzweifelten Schäfern und der beunruhigten Bevölkerung: In anderen Ländern gebe es längst eine „beschränkte Abschussfreigabe“, um die Wolfspopulation zu begrenzen. „So etwas brauchen wir auch in Deutschland“, forderte er am Donnerstag im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „Der Wolf ist kein jagbares Wild, aber eine Regulierung des Bestandes muss möglich sein“ – und zur Not eben per Abschuss.

Wolf-Alarm in der Bundesrepublik, in fünf Bundesländern häufen sich die Angriffe auf Schafe und Wild, und immer mehr Problem-Wölfe tauchen auf, die selbst vor Menschen nicht mehr fliehen, teils in der Nähe von Wohngebieten gesichtet werden. „Wenn das Märchen vom bösen Wolf zur Wirklichkeit wird, bricht die Akzeptanz für Wölfe in der Bevölkerung weg“, warnt die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann aus Leer im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir dürfen nicht abwarten, bis ein Mensch zu Schaden kommt. Der Abschuss von Wölfen darf kein Tabu sein.“

Im Mauerfall-Jahr 1989 gelangten die ersten Wölfe aus Polen nach Ostdeutschland. Fünf Jahre später wird der erste Wolf in Nordhessen gesichtet, 1995 wird Bayern von Tierschützern als „Einwanderungsland für Wölfe“ beworben. Inzwischen leben bundesweit 120 bis 130 Tiere, alleine neun Rudel gibt es in Niedersachsen. Doch seit dem vergangenen Jahr droht die Begeisterung über die Rückkehr der scheuen Wildtiere in die dicht besiedelte Bundesrepublik zu kippen.

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Erst in der vergangenen Woche das Drama von Malliß in Mecklenburg-Vorpommern: 20 Schafe werden von Wölfen gerissen, Spaziergänger entdecken die getöteten Tiere in der Nähe eines Campingplatzes. „Es ist nie schön, von solchen Vorfällen zu erfahren“, erklärte Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern. Doch sieht er die Tierhalter in der Pflicht: Die Weide in Malliß in einem bekannten Wolfsgebiet sei „komplett ungeschützt“ gewesen. „Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch leichtfertig.“

Nur in Ausnahmefällen ist der Abschuss eines Wolfes derzeit erlaubt – wenn ein Tier mehrfach Probleme macht, seine natürliche Scheu verloren hat. So ordneten die Behörden von Niedersachsen im April an, einen in sozialen Netzwerken „Kurti“ genannten Wolf aus Munster zu töten, nachdem er einen angeleinten Hund gebissen hatte. Müssen die Bestimmungen nun gelockert werden, um die Gefahr einzudämmen?

CDU-Frau Connemann wirft Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vor, die „Tatsachen zu ignorieren“, die Zahl der „Problem-Wölfe“ nehme „besorgniserregend zu“. Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt sieht nicht mehr viel Zeit zum Reden. „Der Wolf hat bei uns keine natürlichen Feinde. In einem dicht besiedelten Land wie bei uns müssen der Ausbreitung Grenzen gesetzt werden“, sagte er unserer Redaktion. „Mir scheint, wir sind an einen Punkt angekommen, an dem gehandelt werden muss.“

Tobias Schmidt Korrespondentenbüro Berlin
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