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NWZonline.de Nachrichten Politik

Gedenkfeier In Bergen-Belsen: Bundespräsident: Schrecken nicht verschwunden

27.04.2015

Bergen-Belsen Zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen hat Bundespräsident Joachim Gauck zur Verteidigung der Menschenwürde aufgerufen. Zugleich plädierte er am Sonntag vor rund 100 Überlebenden des KZ gegen Gleichgültigkeit und für Engagement im Kampf gegen das Leid. „Der Schrecken ist auch heute nicht verschwunden aus unserer Welt, doch mit dieser Haltung können wir ihm entgegentreten“, sagte Gauck auf dem Gelände des früheren Lagers.

An dem Gedenken nahmen Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Vertreter des Judentums, der Sinti und Roma sowie Angehörige der Überlebenden teil, die aus allen Teilen der Welt angereist waren. Im Konzentrationslager Bergen-Belsen kamen zwischen 1940 und 1945 rund 20.000 Kriegsgefangene und mehr als 50.000 Häftlinge ums Leben.

Der Bundespräsident sagte weiter: „Wir spüren, dass Erinnerung unseren Blick nicht nur zurück in die Vergangenheit lenkt, sondern dass es immer auch um Gegenwart und Zukunft geht.“ Wer in der Zukunft „in der Wahrheit“ leben wolle, brauche ein aufrichtiges und der Wahrheit verpflichtetes Erinnern. Am Donnerstag hatte Gauck die Massaker an den Armeniern vor 100 Jahren als „Völkermord“ bezeichnet und damit scharfe Kritik aus der Türkei auf sich gezogen.

In Bergen-Belsen im niedersächsischen Landkreis Celle betonte Gauck, mörderischer Kern der NS-Ideologe sei die Selektion gewesen - „die Anmaßung, darüber zu entscheiden, wer leben darf und wer sterben soll“. Qualen und Vernichtung hätten „mitten in Deutschland“ stattgefunden, so das Staatsoberhaupt. „Aber zu viele sahen es nicht, sie konnten es nicht sehen oder wollten es nicht sehen. Zu wenige auch wollten genauer wissen, was sich vor der eigenen Haustür abspielte.“

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, erinnerte in seiner Rede an den Tod von Millionen Juden in Nazi-Deutschland und würdigte die Aufbruchleistungen der Überlebenden nach dem Krieg. „Diese Menschen hatten einen Plan und sie hatten Träume“, sagte Lauder. Einer dieser Träume sei ein eigenes Land gewesen, in dem sie nie wieder unter die Herrschaft anderer gestellt sein würden. „Sie gingen weg von Bergen-Belsen und sie blickten niemals zurück.“

Gleichzeitig warnte er vor einem wiederauflebenden Antisemitismus in Europa. Einmal mehr verdrehten Antisemiten die Wahrheit und leugneten die Leistungen von Juden überall auf der Welt. 70 Jahre nach der Befreiung des Lagers Bergen-Belsen könne ein jüdischer Junge wieder nicht mit der jüdischen Kopfbedeckung durch die Straßen von Paris, Kopenhagen oder London gehen, ohne um sein Leben fürchten zu müssen.

Die Veranstaltung hatte am Morgen mit einer Kranzniederlegung am Kriegsgefangenenfriedhof Bergen-Belsen begonnen. Mit dabei waren auch ehemalige britische Soldaten, die Bergen-Belsen am 15. April 1945 befreit hatten, sowie der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose.

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