Berlin - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zeigt sich besorgt über das neue Milchpreis-Tief. „Die derzeitigen Erzeugerpreise machen mir ein Stück weit Sorge. Unsere Milch ist einen guten Preis wert“, erklärte Schmidt im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „Unsere Verbraucher wollen Milch aus Deutschland. Eine Preisspirale nach unten hilft niemandem, weder den Erzeugern noch den Konsumenten.“
Schmidt warnte vor einem „Milchstreik“ und reagierte damit auf entsprechende Ankündigungen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). „Ich appelliere an die Verantwortung aller Beteiligten“, sagte der Bundeslandwirtschaftsminister.
Der CSU-Politiker kündigte an, sich auch weiterhin um den Export von Milch und Milchprodukten zu kümmern. BDM-Chef Romuald Schaber hatte zuvor gewarnt, die Situation auf den Höfen sei teilweise dramatisch. „Viele Betriebe werden in die Insolvenz gehen. Rechnungen stapeln sich und können nicht mehr bezahlt werden“, sagte er. Die Auszahlungspreise für die Bauern liegen aktuell zwischen 26 und 29 Cent pro Kilo. Der BDM-Vorsitzende schloss einen erneuten Milch-Lieferstreik wie 2009 nicht aus.
Am Dienstag hatten sich Niedersachsens Milchbauern bitter über die Politik der Bundesregierung beklagt. Die rund 11 200 Landwirte monieren, dass Berlin bisher keine finanziellen Hilfen zugesagt hat. Auch die Landesregierung schloss sich dem an und forderte die Entwicklung von „Kriseninstrumenten“ für den Milchmarkt.
