Kreis Cloppenburg - Das deutschlandweit beste Bundestagswahlergebnis für die Christdemokraten hat die CDU im Oldenburger Münsterland eingefahren. „Dieses Ergebnis ist selbstverständlich auch in Berlin wahrgenommen worden. Das macht mich unheimlich stolz“, berichtete der hiesige Bundestagsabgeordnete Franz-Josef Holzenkamp am Montagnachmittag im Anschluss an die Sitzung des CDU-Bundesvorstands in der Hauptstadt.
Am Montagmorgen um 3.15 Uhr hatte der Bundeswahlleiter das vorläufige amtliche Endergebnis verkündet: 66,3 Prozent stimmten für Holzenkamp, auf Platz zwei folgte Stephan-Ernst Johann Mayer (CSU) im bayrischen Altötting (65,8 Prozent). Rang drei belegte Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (CSU/Wahlkreis Traunstein) mit 62,6 Prozent.
Noch deutlicher fällt der Vorsprung der südoldenburger CDU bei den Zweitstimmen aus. Hier wurden 63,2 Prozent im Wahlkreis Cloppenburg/Vechta geholt. Die Schwesterpartei CSU kam mit 58,8 Prozent in Rottal-Inn auf Rang zwei, gefolgt von Altötting (58,6 Prozent).
Aus diesem herausragenden Wahlergebnis könne die – mitunter uneinheitlich und zerstritten auftretende – CDU-Fraktion im Rat der Stadt Cloppenburg einiges lernen, meint deren Fraktionsvorsitzender Hermann Schröer. Wenn in einem demokratischen Prozess nach internen Auseinandersetzungen ein Ergebnis zu einer Sachfrage gefunden worden sei, müsse dieses nach außen hin einheitlich vertreten werden, so Schröer. Eine solche Vorgehensweise werde vom Bürger honoriert.
Groneberg packt Koffer
Ein langes Gesicht zog dagegen am Montagmorgen nach der langen Wahlnacht einmal mehr Gabriele Groneberg. Die 58-jährige, die zuletzt ein Jahr und einen Monat als Nachrückerin für den nach Nordrhein-Westfalen abgewanderten Garrelt Duin im Bundestag gesessen hatte, ist nach eigenen Angaben wieder erste Nachrückerin in Niedersachsen. Die Landesliste habe bis Platz 21 gezogen, sie, Groneberg auf Rang 22 gestanden. Vier hinter ihr auf der Liste platzierte Kandidaten hätten jeweils das Direktmandat gewonnen, so dass die niedersächsische SPD jetzt mit 25 Abgeordneten in Berlin vertreten sei.
Groneberg zeigte sich enttäuscht darüber, dass die SPD auch im Oldenburger Münsterland nur wenig zulegen konnte (2013: 19,77 Prozent; 2009: 16,51 Prozent). Als einen kleinen persönlichen Erfolg wertete sie indes ihr Erststimmenergebnis von 21,28 Prozent. Ihr Ausscheiden in der Bundeshauptstadt sieht die Mutter von zwei erwachsenen Kindern als „schlecht für die Sozialdemokratie im Oldenburger Münsterland an“. Diese sei jetzt nur noch durch Renate Geuter (Markhausen) im niedersächsischen Landtag vertreten.
Zukunft offen
Es sei – so die Wahl-Cloppenburgerin Groneberg weiter – der SPD in Südoldenburg offenbar nicht gelungen, die Wähler für ihre Themen wie den Mindestlohn zu begeistern. Die CDU habe den Leuten „Euch geht es gut“ erzählt und damit die Wahl gewonnen. Wie es nun mit ihr persönlich beruflich weitergeht, konnte Groneberg am Montag noch nicht sagen – vom 1. Juni 2010 bis zu ihrem Wiedereinzug in den Bundestag war sie Leiterin der SPD-Regionalgeschäftsstelle Oldenburg gewesen. Dieser Posten sei inzwischen wiederbesetzt: „Ich werde mit meinem Arbeitgeber reden müssen.“
Friedhoff gibt nicht auf
Eine kurze Nacht hat der Direktkandidat der FDP, Peter Friedhoff, nach dem desaströsen Absturz der freien Demokraten gehabt. Im Oldenburger Münsterland rauschte das Ergebnis von 15,59 Prozent (2009) auf 4,63 Prozent (2013) in den Keller. Friedhoff selbst kam nur noch auf 1,84 Prozent der Erststimmen (2009: 8,62 Prozent). 2009 – so Friedhoff – habe er einen stärker auf seine Person zugeschnittenen Wahlkampf geführt, seinerzeit hatte er einen aussichtsreicheren Listenplatz als diesmal inne. In der Bundes-FDP müsse es einen personellen Neuanfang geben, „und das heißt nicht ein schneller Wechsel von Philipp Rösler zu Christian Lindner“. Er selbst – so Friedhoff weiter – werde die Farben der FDP im Oldenburger Münsterland weiterhin vertreten. „Aufgeben ist nicht meine Art.“
