BURHAVE - „Das wäre ein Malheur, wenn diese zarte Pflanze nicht weiter gedeihen könnte“, sagte Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg. Er und auch Gerhard Haase, Jugendhilfe-Fachbereichsleiter des CVJM-Sozialwerks Wesermarsch, zeigten sich beeindruckt von der Leistungsbilanz des Familien- und Kinderservicebüros in Burhave.
Dessen einjähriges Bestehen wurde am Dienstagmorgen mit einem Frühstück gefeiert. Ob es einen zweiten Geburtstag geben wird, ist derzeit noch ungewiss. Träger der Einrichtung ist das CVJM-Sozialwerk, finanziert wird sie zu je 50 Prozent vom Landkreis Wesermarsch und durch das Landesprogramm „Familien mit Zukunft“. Diese Förderung läuft aber Ende des Jahres aus.
Von den Leiterinnen der mittlerweile neun Familienservicebüros in der Wesermarsch werde eine Resolution mit Vorschlägen an den Landkreis und an das Land auf den Weg gebracht, berichtete Sylke Wulff. Sie leitet das am 1. Mai 2009 in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Burhaver Grundschule eröffnete Servicebüro.
Ihr Dank galt nicht nur der Gemeinde und dem CVJM, sondern insbesondere den mittlerweile ausgebildeten elf Tagesmüttern in Butjadingen, die alle eine Pflegeerlaubnis für zwei bis fünf Kinder haben. Die Tagesmütter treffen sich monatlich zum Erfahrungsaustausch und zur Fortbildung.
Das Burhaver Servicebüro vermittelt auch bei der Kreisvolkshochschule ausgebildete Babysitter und ist Servicestelle für den Sonderfonds „DabeiSein“. Der fördert speziell Kinder aus wirtschaftlich schlechter gestellten Familien bei der Nutzung von Freizeit- und Bildungsangeboten.
Gerhard Haase erinnerte in seinem Grußwort an das Ziel der Familien- und Kinderservicebüros, die Betreuung der Kinder zu den Zeiten zu ermöglichen, die von den Kindertagesstätten nicht abgedeckt werden. Darauf seien insbesondere alleinerziehende Mütter und Väter angewiesen. Es sei wichtig, dass dieses Angebot weiterhin betreut wird. Angesichts der sinkenden Geburtenzahlen in Butjadingen sieht Haase eine Chance, das Betreuungsangebot auch im Tourismusbereich zu etablieren.
Das erste Jahr habe bereits bewiesen, wie wichtig das Betreuungsangebot sei, machte Rolf Blumenberg deutlich. Der gesellschaftliche Wandel erfordere Antworten auch von den Kommunen. Hinsichtlich des Fortbestandes der Einrichtung zeigte sich der Bürgermeister optimistisch. Man müsse miteinander darüber reden, was von wem getan werden kann, um dieses Ziel zu erreichen.
