Butjadingen - Die Bürgermeisterwahl in Butjadingen, die erforderlich ist, weil Amtsinhaberin Ina Korter Ende Juni vorzeitig in den Ruhestand geht, läuft völlig anders ab als jede andere Wahl, die die Gemeinde bislang erlebt hat – wegen Corona. Der Landkreis Wesermarsch hat die für den 17. Mai geplante Urnenwahl verboten; stattdessen findet nun eine reine Briefwahl statt. Es gibt so gut wie keinen Wahlkampf. Und auch die NWZ muss neue Wege gehen. Statt bei einer Podiumsdiskussion in einem Saal voller Publikum hat sie die beiden Kandidaten Olaf Michalowski (51) aus Jaderberg und Axel Linneweber (48) aus Burhave am Dienstag bei einer Online-Debatte im menschenleeren Atrium in Burhave mit den Fragen von Leserinnen und Leser konfrontiert. Ergebnis: Bei etlichen Themen gibt es Überschneidungen, in vielen Punkten sind die Kandidaten aber unterschiedlicher Meinung.

Inhaltlich ging es unter anderem um die Struktur der Gemeindeverwaltung, um Tourismus, um Einkaufsmöglichkeiten in Butjadingen, die medizinische Versorgung und den Breitbandausbau. Und natürlich war auch Corona ein Thema. Die beiden Kandidaten sind sich darüber einig, dass der neue Bürgermeister vorerst vor allem ein Krisenmanager wird sein müssen.

Beide Kandidaten sind der Ansicht, dass Tourismusregionen wie Butjadingen, die unter der Krise besonders leiden, eines Rettungsschirms bedürfen. Unterschiedlicher Meinung sind Axel Linneweber, der seit 30 Jahren bei der Butjadinger Gemeindeverwaltung arbeitet, und Olaf Michalowski, der als Rechenzen­trumsexperte tätig ist, bei der Frage, ob für einen guten Bürgermeister Verwaltungserfahrung zwingend nötig ist.

1400 Zugriffe gab es allein während der Liveübertragung auf die Online-Debatte. Im Durchschnitt schauten kontinuierlich mehr als 120 Internet-Nutzer zu. Viele nutzten die Möglichkeit, die Debatte zu kommentieren. Die letzten Fragen, die Detlef Glückselig den Kandidaten stellte, waren direkt über die Chat-Funktion während der Sendung eingegangen.

Auf NWZonline sowie auf dem Youtube-Kanal der Nordwest-Zeitung ist das Gespräch nun als Aufzeichnung zu sehen. Über die Inhalte wird die NWZ noch ausführlich in ihrer Print- und ihrer Online-Ausgabe berichten.