Butjadingen - Zwar ist die Union nicht nur im Bund, sondern auch in Butjadingen weiterhin stärkste Kraft. Wilhelm Has, Chef der Gemeinderatsfraktion der Butjenter CDU, bezeichnet das Ergebnis der Bundestagswahl dennoch als „desaströs“. Schwer im Magen liegen ihm nicht nur die hohen Verluste der CDU, sondern auch die 13 Prozent, mit denen die AfD in den neuen Bundestag einzieht. „Ganz schlimm“ sei das, sagt Wilhelm Has. Die Union habe an die FDP, aber auch an die AfD Stimmen verloren, glaubt er. Begrüßen würde Wilhelm Has die sich in Berlin abzeichnende Jamaika-Koalition.

Da hat er etwas gemeinsam mit dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Sprickerhof, der Jamaika ebenfalls positiv beurteilt – auch wenn, wie er sagt, die Grünen mit der FDP allenfalls eine sehr kleine Schnittmenge hätten. Das Abschneiden seiner Partei, die in Butjadingen 0,4 Prozentpunkte verloren, im Bund dafür aber leicht zugelegt hat, bezeichnet Jürgen Sprickerhof als „ganz respektabel“.

Das würde Butjadingens SPD-Chef Felix Frerich für seine Partei auch gerne behaupten können. Statt dessen muss er feststellen: „Wir haben verloren.“ Gut und richtig findet es Felix Frerich indes, dass die SPD im Bund nun in die Opposition gehen will. Nur dort könne sie sich von der Union lösen, ihr eigenes Profil neu schärfen und als Oppositionsführerin zudem der AfD Paroli bieten, so der Butjenter.

Der FDP ist es gelungen, wieder in den Bundestag einzuziehen. Außerdem hat sie in Butjadingen kräftig zugelegt. Entsprechend „erfreulich“ findet Uta Meiners, Ratsmitglied und Ortsgeschäftsführerin der Liberalen, das Ergebnis vom Sonntag. Von einer Jamaika-Koalition halte sie indes nicht viel, so Uta Meiners. Dafür lägen FDP, CDU und Grüne in ihren Positionen zu weit auseinander, müssten sich zu sehr von eigenen Inhalten verabschieden.

Bürgermeisterin Ina Korter hatte sich am Sonntag in einer ersten Stellungnahme vor allem über die hohe Wahlbeteiligung in Butjadingen gefreut; sie lag inklusive Briefwahl bei 76,6 Prozent – gegenüber 71,3 Prozent bei der Bundestagswahl im Jahr 2013. Ein Blick in die Wahllokale zeigt, dass die Beteiligung am Sonntag im Steinhaus in Langwarden prozentual am größten (69,4 Prozent) und im Butjadinger Tor in Burhave am niedrigsten (53 Prozent) war. Das Steinhaus war mit 160 Wahlberechtigten allerdings auch das kleinste Wahllokal. Die meisten Wahlberechtigten, nämlich 1037, waren in der Pastorei in Stollhamm an die Urne gerufen.

Die CDU war prozentual bei der Erststimme in Ruhwarden und bei der Zweitstimme in Langwarden am stärksten, die SPD im Kachelstübchen in Burhave und im Butjenter in Waddens. Die Grünen holten prozentual im Butjenter, die Linken im Nationalparkhaus in Fedderwardersiel die meisten Stimmen. Ebenfalls in Fedderwardersiel war prozentual auch die AfD am stärksten. Die Hochburg der FDP ist unterdessen Eckwarden – was nicht zuletzt damit zusammenhängen dürfte, das dort Jannes Bergsma, der Vorsitzende der Ratsfraktion und des Butjenter Ortsvereins der Liberalen, wohnt.