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Langwarder Groden Als Kompromiss nur ein neuer Sieldurchlass denkbar

bn

BUTJADINGEN - Einen Kompromiss halten auch Butjadingens Grüne bei der Realisierung der ökologischen Ausgleichsmaßnahme im Langwarder Groden für möglich. Der könne aber nicht, wie von den Naturschutzverbänden vertreten, aus einer Öffnung des Vordeiches, sondern nur aus einer Erneuerung des Sielbauwerkes mit einer teilweise Vernässung des Grodenareals bestehen.

Dieser Ansicht sind Butjadingens Grüne. Jürgen Sprickerhof, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Butjadinger Rat, hat die Äußerungen der Vertreter der Naturschutzverbände bei der vom Nordwestradio im Burhaver Rathaussaal veranstalteten Talkrunde (die

NWZ

  berichte) zum Anlass für eine Stellungnahme genommen.

Als Ausgleichsmaßnahme für die beim Bau des Jade-Weser-Ports und bei zwei Deichbaumaßnahmen in Cäciliengroden und in Augustgroden verloren gegangenen Salzwiesen soll im Langwarder Groden der vier Kilometer lange Vordeich geschleift werden, um so eine natürliche Überflutung des Areals zu ermöglichen, damit dort neue Salzwiesen entstehen können.

Der von Beatrice Claus (WWF) und Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler (BUND) wieder ins Spiel gebrachte Kompromiss bestehe darin, den Vordeich „nur“ an zwei Stellen auf insgesamt 800 Meter Länge wegzunehmen, dafür mehr Erde im Groden auszubaggern und noch durch die Salzwiesen vor dem Vordeich zu baggern, um den Wasser Zu- und Abfluss zu ermöglichen, so Jürgen Sprickerhof.

„Der Vordeich würde dadurch zerstört und der Fedderwarder Priel und damit die Schiffbarkeit des Fedderwardersieler Hafens würden gefährdet. Schon im April 2011 haben der Förderverein Langwarder Groden, der Gemeinderat und die Hafennutzer auf diese Gefahr in einem gemeinsamen Butjenter Positionspapier’ hingewiesen. Dies haben Claus und Bodenstein-Dresler wohl nicht zur Kenntnis, geschweige denn dazu Stellung genommen. Dieser Kompromiss ist die für Butjadingen schlechteste Lösung“, erläuterte der Grünen-Fraktionschef.

Ein Kompromiss wäre möglich auf der Basis der Vorschläge des BUND-Kreisvorsitzender Dr. Wolfgang Meiners: Öffnung des Schotts oder Neubau eines Siels bei Erhalt des Vordeiches und teilweiser Vernässung der Flächen im Groden. Der Erhalt des Vordeiches sei aus Küstenschutzsicht geboten. Mit Salzwiesen, Vordeich, Groden und Hauptdeich bestehe dort ein optimaler Schutz. Das habe auch die Sturmflut 1962 gezeigt, die den Vordeich ramponiert, aber den Hauptdeich nicht angegriffen hat. Sinnvollerweise wurde der Vordeich danach wieder repariert, machte Jürgen Sprickerhof deutlich,.

„Sicherheit ist immer nur relativ: Atomkraftwerke sind sicher, Kreuzfahrtschiffe sind sicher, Deiche sind sicher. Sicher ist nur, dass es absolute Sicherheit nicht gibt. Wir müssen uns bemühen, die größtmögliche Sicherheit zu erreichen. Und die ist im Langwarder Groden jetzt gegeben. Im Zeichen des Klimawandels, steigenden Meeresspiegels und zunehmender Extremwetterlagen können wir es uns nicht leisten, diese Sicherheit leichtfertig aufs Spiel zu setzen“, sagt der Grünen-Kommunalpolitiker.

Erst sollten die weniger guten Deichstücke zwischen Eckwarderhörne und Langwarden ertüchtigt werden. Kleiboden für die Deiche sei ein wertvolles Gut und nicht beliebig zu erhalten. Der dürfe im Langwarder Groden nicht sinnlos verschwendet werden, so die Grünen.

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