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Impfzentren in Niedersachsen Darum werden keine Termine über die Hotline vergeben

Hannover - „Niemand darf an der Hotline derzeit Impftermine vergeben!“ Das berichtet ein Mitarbeiter aus einem Call-Center der Firma Majorel in Heusweiler (Saarland) dieser Zeitung. Majorel betreibt als Dienstleister für das Land Niedersachsen das Corona-Impfmanagement.

„Es wurde allen Call-Center- Agents schriftlich untersagt, den interessierten Bürgerinnen und Bürgern am Telefon Impftermine zu geben“, so der 42-jährige Mann. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen, sonst drohten ihm arbeitsrechtliche Konsequenzen. Als Grund für die Dienstanweisung vermutet er eine Software-Panne zu Beginn der Impfkampagne. Dabei seien 1500 Termine falsch vergaben wurden. Wir hakten nach.

Wurden wirklich bis zu 1500 Termine fehlerhaft vergeben?

„Zu Beginn der Terminvergabe am 28. und 29. Januar ist es nach Angaben unseres Dienstleisters Majorel bei speziellen Konstellationen, etwa bei doppelten Terminvergabe an Ehepaare, zu einer fehlerhaften Vergabe von Terminen gekommen“, sagt Oliver Grimm, der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

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Betroffen seien weniger als 100 Fälle, also weit weniger als ein Prozent aller bislang vergebenen Termine. Bis Dienstagabend wurden rund 70.000 Termine für Erst- und Zweitimpfung vergeben.

Gibt es neue Probleme bei der Terminvergabe?

„Derzeit liegen uns keine Informationen zu weiteren technischen Problemen vor“, erklärt Grimm. „In Einzelfällen können Fehler bei der Terminvergabe angesichts der großen Zahl von einzelnen Vorgängen jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.“

Untersagt Majorel den Mitarbeitern, Termine über die Hotline zu vergeben?

Die wenigen Termine, die derzeit in den Impfzentren neu zur Verfügung stehen, seien innerhalb weniger Minuten über das Onlineportal ausgebucht. Grimm: „Auf Nachfrage hat Majorel bestätigt, dass das Unternehmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor diesem Hintergrund in der Tat darauf verwiesen hat, dass über die Hotline derzeit nur noch Wartelistenplätze zu vergeben sind. Grundsätzlich hat die Abarbeitung der Warteliste für uns Priorität.“

Wie viele stehen derzeit auf der Warteliste?

Über die Telefon-Hotline sind 92.610 Personen auf die Warteliste gekommen und über das Online-Portal 113 048.

Sind aktuell nur online Termine erhältlich?

Zwei Drittel aller neuen Termine werden an Personen auf der Warteliste vergeben, heißt es. Derzeit sei das Land mit den kommunalen Spitzenverbänden in Gesprächen darüber, ob in den nächsten Wochen zunächst ausschließlich die Warteliste abgearbeitet werden soll. Impfwillige, die 80 Jahre und älter sind, könnten sich dann weiterhin im Internet oder über die Hotline auf die Warteliste ihres lokalen Impfzentrums setzen lassen. Die Wartelisten werden chronologisch abgearbeitet. Bisher stehe noch ein Drittel der Termine für die Online-Buchung zur Verfügung.

Wie viele Menschen haben einen Termin erhalten?

„Mit Stand von Mittwochmorgen hatten 5387 Personen von der Warteliste einen Termin für die Erst- und Zweitimpfung erhalten“, erklärt Grimm.

Gibt es einen Zusammenhang mit den fehlerhaften Terminen im Kreis Vechta?

Ja, einige der genannten Fehler betrafen nach Angaben von Majorel auch Personen im Kreis Vechta. Grimm zufolge seien im dortigen Impfzentrum aber Personen mit Terminbestätigungen aufgetaucht, die offenbar nicht vom Dienstleister des Landes ausgestellt worden waren. „Woher diese falschen Terminbestätigungen kamen, konnte bisher nicht aufgeklärt werden“, so der Ministeriumssprecher.

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