Inge Deutschkrons Lebenswerk beeindruckt. Bis heute hat die Überlebende des Holocausts die Kraft, in der Regel zweimal in der Woche in Schulen zu gehen, um von der Zeit des Nationalsozialismus und der Judenvernichtung zu erzählen.
Mehrere Generationen von Schülern sind durch die Lektüre ihres berühmten Buches „Ich trug den gelben Stern“ politisch sozialisiert worden. Man wundert sich, dass die bekannte Autorin, die schon als junges Mädchen von Carl von Ossietzky gehört hatte, erst jetzt mit dem Ossietzky-Preis geehrt wurde. Andererseits wirkt es wie Absicht, denn ausgezeichnet wird eine nimmermüde, aktive, schwungvolle Frau. Die Berlinerin hat im hohen Alter immer noch viel Saft; sie sieht ihre Arbeit gegen das Vergessen längst nicht getan. In diesem Sinne ist der nun verliehene Preis ein kluger Anreiz, weiterzumachen. Darüber, wer nach ihr die Jugend so spannend, klar und authentisch über die Nazizeit aufklärt, sollte sich die deutsche Pädagogik langsam Gedanken machen. Am 23. August wird Inge Deutschkron 86 Jahre alt.
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