Die Aussichten für die CDU im Allgemeinen und Friedrich Merz im Besonderen für die nächste Bundestagswahl sind nicht schlecht. In Umfragen liegt die Partei klar an der Spitze. Für den Sauerländer kommt das Kanzleramt immer mehr in Sichtweite – wenn da nicht folgendes Problem wäre: Mit wem will die Union regieren?
Da die FDP – der wahrscheinlichste Partner in einer Koalition – unter die Fünf-Prozent-Hürde zu rutschen droht, werden die Optionen für eine Regierungsbildung immer weniger. Das hat nun offenbar auch der CDU-Vorsitzende erkannt und seine frühere Äußerung, die Grünen seien der Hauptgegner seiner Partei, relativiert und diese als möglichen Partner genannt.
Dieser Schritt ist so richtig wie unausweichlich. Denn ohne die Grünen bliebe der Union wohl nur die SPD als Partner. Denn Linke, AfD und das Bündnis Sahra Wagenknecht dürften zumindest auf Bundesebene nicht für eine Regierungsbildung mit der Union infrage kommen.
Übrigens reicht ein Blick auf die Umfragen in Thüringen (dort wird im Herbst gewählt), um einen Vorgeschmack zu bekommen, wie schwierig Regierungsbildungen künftig werden könnten. Wenn weiterhin das Ziel gelten soll, die AfD nicht an einer Regierung zu beteiligen, müssen sich die anderen Parteien über Bündnisse einigen. Eine Ausschließeritis, mit wem man nicht regieren will, hilft da nicht weiter.
