Sande - „Von uns wird zu hören sein“, verspricht Frank Vehoff und meint es ernst damit, nach mehr als fünf Jahrzehnten die Alleinherrschaft der SPD in Sande bei der Kommunalwahl 2016 aufzubrechen. Das wird ein hartes Stück Arbeit: „Aber es ist immer besser für die Demokratie, wenn man diskutieren und Mehrheiten finden muss.“
Für beste Lösung streiten
Vehoff, 56 Jahre alt, Marineoffizier, und Vorsitzender der CDU Friesland, ist nun auch Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Sande. Und nicht nur Vehoff, der seit kurzem in Sande lebt, ist neu im Vorstand: Stellvertretender Parteivorsitzender ist Peter de Boer, 62 Jahre alt und Ingenieur bei einem Energieunternehmen. Amtsvorgänger Oliver Kohls aus Neustadtgödens, der als Fraktionsvorsitzender den Gemeindeverband seit September kommissarisch führte, arbeitet nun mit Matthias Lührs, Christel Bohlen und Wilfried Rost als Beisitzer im Vorstand mit.
Neu im Vorstand ist zudem Jürgen Röpke, 65 Jahre alt, aus Cäciliengroden und bis zur Pensionierung in der Ölbranche tätig. Nur Reinhard Oncken, 66 Jahre alt und aus Neustadtgödens, ist als Kassenwart bestätigt worden.
Mit der neuen Mannschaft soll alles besser werden: Der CDU-Gemeindeverband Sande war – im Gegensatz zur Ratsfraktion – in den vergangenen Jahren kaum wahrzunehmen und setzte keine Akzente. Der bisherige Vorsitzende Sascha Mennen trat nach seinem Facebook-Fauxpas zur Flüchtlingskrise im September zurück.
Mit dem neuen Personal will die CDU nun auch in der politischen Arbeit den Reset-Knopf drücken, alles auf Null setzen und zeigen, dass die Partei immer noch was zu sagen und Positionen hat.
Die großen Themen, die nicht nur in Sande alles beherrschen, sind der Umgang mit den Flüchtlingen, die dramatisch schlechte Haushaltslage und die Herausforderungen des demografischen Wandels.
Vehoff kündigte an, dass die CDU Sande mehr Veranstaltungen anbieten werde, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, dass man von Haustür zu Haustür gehen und sich auf Marktplätzen blicken lassen werde. Die CDU werde den Leuten erklären, weshalb es besser für die Gemeinde sei, dass die SPD nicht länger allein entscheidet, was gut ist für Bürger und Gemeinde.
Fraktionsvorsitzender Oliver Kohls ging ebenfalls auf die Flüchtlingssituation ein. Noch gelinge es der Gemeinde Sande, die für dieses Jahr zugewiesene Zahl von 112 Flüchtlingen unterzubringen, doch ab 2016 könnte das ein Riesenproblem werden. Kohls befürchtet sogar gesellschaftliche Spannungen.
Neue Köpfe für den Rat
„Wichtig ist,“, so Vehoff, „dass die Bürger, die schon lange hier leben, sich nicht benachteiligt fühlen, weil sich alle nur noch um Flüchtlinge kümmern. Andere Gruppen dürfen dabei nicht hintenrunterfallen.“
Die Haushaltslage ist Kohls zufolge dramatisch: „Die Gemeinde steuert auf Handlungsunfähigkeit zu.“ Vorschläge der CDU zur Konsolidierung würden von der SPD regelmäßig abgelehnt. Strategisches Ziel für den beginnenden Wahlkampf müsse sein, die Mehrheit der SPD zu beenden. Dazu wollen die Christdemokraten auch mit viel neuem Personal antreten.
