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NWZonline.de Nachrichten Politik

Chinesischer Nobelpreisträger Liu Xiaobo gestorben

14.07.2017

Peking Der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist tot. Das teilte die Justizbehörde der Stadt Shenyang, wo der 61-Jährige unter Bewachung im Krankenhaus behandelt wurde, am Donnerstag mit. Er starb demnach an multiplem Organversagen.

Der chinesische Bürgerrechtler, der 2009 wegen „Untergrabung der Staatsgewalt“ zu elf Jahren Haft verurteilt worden war, litt unter Leberkrebs im Endstadium. Mitte Juni wurde sein Gesundheitszustand bekannt gemacht und ihm wurde „Bewährung aus medizinischen Gründen“ gewährt. Danach wurde er vom Gefängnis in ein Krankenhaus der nordostchinesischen Stadt Shenyang verlegt. China lehnte jedoch die Ausreise des Schwerkranken für eine Klinikbehandlung im Ausland ab, wofür es von zahlreichen westlichen Politikern und Menschenrechtlern kritisiert wurde.

Der Literaturwissenschaftler Liu Xiaobo hatte schon nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 in Peking wiederholt in Haft gesessen – insgesamt fünf Jahre lang. Sein Leben lang hat er sich friedlich für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz in China eingesetzt. Er war Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten „Charta 08“, in der ein „freier, demokratischer und verfassungsmäßiger Staat“ in China gefordert wird.

2010 hatte Liu Xiaobo für seinen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte den Nobelpreis erhalten, was Chinas Regierung empörte. Während der Autor die vergangenen Jahre im Gefängnis verbrachte, wurde seine Frau Liu Xia unter Hausarrest gestellt.

Freunde des Bürgerrechtlers reagierten mit Trauer, aber auch Wut auf auf die Todesnachricht. „Dieses Regime hat ihn bis zur letzten Sekunde eingesperrt. Das ist einfach nur unmenschlich“, sagte Mo Zhixu, ein enger Freund der Familie. Seine Priorität sei es nun, Liu Xia dabei zu helfen, das Land zu verlassen. Sie dürfe nicht wieder in Hausarest enden.

Der Gesundheitszustand des Autors hatte sich nach Angaben seiner Ärzte seit vergangener Woche erheblich verschlechtert. Seine Familie habe eine künstliche Beatmung abgelehnt. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen, weil sowohl Liu Xiaobo als auch seine Familienmitglieder im Krankenhaus unter Bewachung standen und nicht mit Journalisten sprechen durften. Chinas Zensurbehörden verhinderten, dass inländische Medien über den Fall berichteten.

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