Cloppenburg - Alle Radwege und Schutzstreifen sollen in der Stadt Cloppenburg schrittweise durchgehend farblich markiert werden. Mit einem entsprechenden SPD-Antrag, der die Einstellung von entsprechenden finanziellen Mitteln in den kommenden Haushalt vorsieht, beschäftigt sich der Bau- und Verkehrsausschuss am Donnerstag, 13. September, 18 Uhr.

„Das wäre natürlich der Idealzustand“, kommentierte der Kreisvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), Michael Bertschik, am Montag auf NWZ-Nachfrage den SPD-Antrag. Beispielsweise würde die farbliche Markierung des Radwegs im Bereich Soestenstraße/Obere Lange Straße/Löninger Straße das subjektive Sicherheitsgefühl der Radfahrer deutlich stärken. „Viele Radfahrer, mit denen ich gesprochen habe, haben Angst dort zu fahren“, berichtete Bertschik. Denn viele Autofahrer würden die Radler ganz knapp überholen, obwohl sie eigentlich hinter ihnen bleiben müssten.

„Die Akzeptanz für die an vielen Stellen neu angelegten Schutzstreifen ist erschreckend gering. Der Radverkehr fühlt sich ungeschützt und der Autoverkehr weiß nicht, wie er sich zu verhalten hat. Die Situation in Cloppenburg ist äußerst unbefriedigend“, ergänzte SPD-Fraktionsvorsitzender Jan Oskar Höffmann. Der Rechtsanwalt erläuterte, dass das straßenverkehrsrechtliche Instrument „Schutzstreifen“ in Cloppenburg bislang nicht bekannt gewesen sei.

Schutzstreifen, auch als Angebotsstreifen oder Suggestivstreifen bezeichnet, seien Radverkehrsanlagen, die mit einer unterbrochenen dünnen Linie – einem so genannten Schmalstrich – markiert würden. „Autofahrer dürfen diese durch Leitlinien markierte Schutzstreifen nur im Ausnahmefall überfahren. In der Praxis ist das Überfahren jedoch die Regel“, kritisiert Höffmann. Eine rote Warnfarbe könne das Bewusstsein hierfür schärfen.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland