CLOPPENBURG - Im Hinblick auf die Eignung von städtischen Dachflächen für Photovoltaik haben Vertreter von CDU, SPD und Grünen der Verwaltung mangelnde Informationsbereitschaft sowie fehlenden Willen vorgeworfen. Wie berichtet, hatte ein Sprecher der Photovoltaik-Genossenschaft „VR Bürger Energiepark“, in der die Stadt Cloppenburg Mitglied ist, Mitte August 2010 im Bau- und Verkehrsausschuss erklärt, dass sämtliche städtische Dachflächen für Photovoltaik ungeeignet seien.
Daraufhin wurde in der Ratssitzung vom 20. September 2010 auf SPD-Antrag die Verwaltung einstimmig aufgefordert, eine Liste zu besorgen. Aus dieser sollte hervorgehen, welche Dächer geprüft worden und warum diese Flächen nicht geeignet seien.
Bis heute ist nichts passiert: Die Genossenschaft weigerte sich – so das Protokoll zur Ratssitzung am 13. Dezember – aus „firmeninternen Gründen“ eine detaillierte Aufstellung aller geprüften Gebäude herauszugeben.
Die SPD ließ nicht locker und verlangte die entsprechende Liste bei der jüngsten Bau- und Verkehrsausschuss-Sitzung von der Verwaltung. „Sie müssen doch wissen, wer auf den Dächern unserer Gebäude herumgeturnt ist, um sie zu überprüfen“, bekamen die Sozialdemokraten Unterstützung vom Ausschussmitglied der Grünen, Fritz Thole.
„Es gibt keine Liste“, musste Bauamtsleiter Gerd Lohmöller einräumen. Schließlich erfolge die Prüfung der Dachflächen vielfach nicht vor Ort. Wichtige Eignungsfaktoren wie Statik, Lage und Nutzungsdauer (die Genossenschaft verlangt mindestens 25 Jahre) könnten auch am Schreibtisch geprüft werden.
Mit diesen Erklärungen gab sich auch die CDU nicht zufrieden. „Die Stadtverwaltung sollte Detailfragen mehr Interesse entgegenbringen“, erklärte das Ausschussmitglied Karl Kleier. Nun will die Verwaltung versuchen, die Liste doch noch zu bekommen.
