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Fundkeller In Cloppenburg Quillt über Warum will keiner diese Drahtesel haben?


Im Fundkeller der Stadt Cloppenburg gibt es fast kaum noch ein Durchkommen, weil zurzeit Unmengen von Fundrädern den Platz blockieren. 
Dennis Beeken

Im Fundkeller der Stadt Cloppenburg gibt es fast kaum noch ein Durchkommen, weil zurzeit Unmengen von Fundrädern den Platz blockieren.

Dennis Beeken

Cloppenburg - In der vergangenen Woche ging ein Hilferuf der Cloppenburger Stadtverwaltung raus: Der Fundradkeller im Rathaus platze aus allen Nähten, weil derzeit wöchentlich zwischen drei und fünf neue Drahtesel in der Kammer landeten, hieß es.

Warum hat die Stadt so viele Fundräder in ihrem Keller?

Eine Frage, die für Verwunderung sorgt: Schließlich hatte der Rat der Stadt Cloppenburg im Mai 2015 beschlossen, die Fundräder nach Ablauf einer sechsmonatigen Frist an Asylbewerber und Sozialverbände auf Anfrage abzugeben. Die nicht abgerufenen Zweiräder könnten online oder auf dem Mariä-Geburtsmarkt versteigert werden. Zudem seien drei Räder für dienstliche Zwecke an die Kläranlage weitergeleitet worden, sagte der städtische Pressesprecher Dennis Beeken am Mittwoch auf Nachfrage. Und nach dem verstärkten Zuzug von Flüchtlingen habe das Repair-Café ein halbes Dutzend Räder für Bedürftige instandgesetzt und abgegeben.

Doch von den sozialen Einrichtungen, so Beeken weiter, seien kaum Fahrräder abgeholt worden. In den vergangenen dreieinhalb Jahren habe man lediglich zwischen zehn und 15 Stück herausgegeben, schätzt Beeken. In diesem Jahr verließ erst ein Rad den Fundsachenkeller in Richtung Betreuungsverein.

Wie viele Räder sind verkehrssicher?

Lediglich ein Fünftel. Rund 80 Prozent der im Rathaus abgegebenen Fundräder seien so stark beschädigt, dass sich für die sozialen Einrichtungen die Reparatur kaum lohne, so Beeken. Deshalb würden die meisten Einrichtungen nach einer Besichtigung auf eine Mitnahme verzichten. Warum aber auch praktisch keine Nachfrage nach den 20 Prozent intakten Fahrräder bestehe – diese Frage konnte Beeken am Mittwoch indes nicht beantworten.

Warum holen die sozialen Einrichtungen so wenige Räder ab?

Eine mögliche Erklärung liefert der frühere Diakonie-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hoffmann in einem Facebook-Beitrag. Die 2015 beschlossene Abgabe von Fundrädern an Bedürftige sei nie wirklich umgesetzt worden. Denn er, so Hoffmann, sei sich „nicht sicher, ob die sozialen Einrichtungen über den Ratsbeschluss informiert worden sind“. Vielleicht sei jetzt einer guter Zeitpunkt, „den Ratsbeschluss wieder mit Leben zu füllen“.

Das findet auch Thomas Gehlenborg, Pastoralreferent der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas Cloppenburg. Er habe bislang von dem rund dreieinhalb Jahre alten Ratsbeschluss noch nie etwas gehört, sagte er am Mittwoch.

ð Wer ein Rad vermisst, möge sich im Bürgeramt der Stadtverwaltung melden. Die nächste Online-Versteigerung, die seitens der Stadt bereits angemeldet wurde, startet erst Mitte März 2019. Weitere Informationen gibt es bei Carsten Stammermann, t 0 44 71/18 51 03 oder per E-Mail stammermann@cloppenburg.de

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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