Cloppenburg - Mit einem Stand in der Cloppenburger Fußgängerzone wollen die Grünen Frauen an diesem Samstag, 9. März, 10 bis 14 Uhr, auf die fehlende Präsenz von Frauen im öffentlichen Raum aufmerksam machen. Anlass ist der internationale Frauentag.
Bis heute seien die – überwiegend den Frauen zugeschriebenen – unbezahlten Sorgeaufgaben für Kinder, Alte und Pflegebedürftige dafür ursächlich, dass Frauen neben einer bezahlten Erwerbstätigkeit keine Freiräume für zusätzliche (Ehren-)Ämter aufbringen könnten, hießt es in einer Pressemitteilung. Ebenfalls sei das gesellschaftliche Rollenverständnis der Frau als Hausfrau und Mutter bis heute nicht überwunden.
Die fehlende Präsenz werde auch bei der Benennung von Straßen deutlich. So seien zum Beispiel in der Stadt Cloppenburg 95 Straßen nach Männern benannt und nur neun Straßen nach weiblichen Persönlichkeiten. Auffällig sei dabei, dass die größeren Straßen eher nach den Männern benannt werden und für die Frauen dann nur noch zum Teil kleine Sackgassen übrig blieben.
Die Grünen fordern daher, so lange bei der Benennung von Straßennamen weibliche Persönlichkeiten zu verwenden, bis diese zahlenmäßig den nach Männern benannten Straßennamen entsprechen. Dazu sei jede Gemeinde gefordert, mehr Frauen auf den Straßenschildern sichtbar zu machen.
Mit der Frage, nach welchen Frauen die Straßen benannt werden sollen, haben sich die Grünen bereits beschäftigt. So müssten andere Kriterien berücksichtigt werden als bei Männern, die oft politische oder kirchliche Ämter hatten, da diese für Frauen entweder nicht möglich seien oder unter sehr viel größeren Schwierigkeiten erreicht werden konnten als bei den Männern.
Beim katholischen Frauenbund habe es jüngst einen Vortrag über starke Frauen im Oldenburger Münsterland gegeben. Es wurden vorgestellt: eine Landtagsabgeordnete von 1919, eine Bäuerin, eine Hebamme, eine Künstlerin und zwei Kauffrauen. Nach keiner dieser Frauen sei bisher eine Straße benannt worden.
Auch auf Kreisebene blieben die Grünen in Zusammenarbeit mit der UWG am Ball, um zum Beispiel ein Frauenhaus im Landkreis Cloppenburg zu verwirklichen und das Prostituiertenschutzgesetz wirksam umzusetzen, hieß es. Auf Bundesebene ist weiterhin der Einsatz zur Abschaffung des Paragrafen 219a Strafgesetzbuch (stellt Werbung für den Abbruch einer Schwangerschaft unter Strafe) wichtig.
