Cloppenburg - Die Zahl der Krippengruppen ist im Landkreis Cloppenburg innerhalb von zehn Jahren von 16 auf 101 gestiegen. Der Bedarf an frühkindlicher Betreuung ist groß. Erzieherinnen und Erzieher aus Kindergärten und Krippen sind am Donnerstag zu einer Fachtagung ins Kreishaus gekommen. Die Volkshochschule (VHS) Cloppenburg hatte zu der Veranstaltung „Wenn Pläne nie aufgehen: Kita (über)leben in einer verrückten Welt“ geladen. „Sie sollen aber dort nicht nur überleben, sondern leben. Aktiv und mit Feuer“, betonte Ursula Meyer-Burke (VHS) vom Planungsteam. In der VHS bemerke man den Fachkräftemangel daran, dass wegen Krankheitsvertretungen manche Plätze in Fortbildungen leer blieben.
Landrat Johann Wimberg sprach den Erziehern finanzielle Unterstützung zu. „Dem Landkreis Cloppenburg stehen bis zum Jahr 2023 Fördermittel in Höhe von mehr als neun Millionen Euro zu. Der Antrag auf Auszahlung der Mittel wurde Ende November 2019 beim Land gestellt.“ Sobald der Fördermittelbescheid vorliege – voraussichtlich noch Anfang März – würden die Mittel an die jeweiligen Träger der Einrichtungen weitergeleitet.
Unter dem Titel „ Wenn Pläne nie aufgehen: Kita (über)leben in einer verrückten Welt“ referierte auch Johanna Nolte. „Das kann frustrieren. Dass Pläne nicht aufgehen, ist tägliche Realität.“ Nolte betonte, dass die Verantwortung für eine gute frühkindliche Erziehung nicht nur bei den Erzieherinnen und Erziehern liege. „Die Verantwortung haben auch die Eltern, die Träger und die Politik – Erziehung ist ein Gemeinschaftsprojekt“, erklärte Nolte, die durch verschiedene Eisbrecher für eine angenehme Vortragsatmosphäre sorgte. Außerdem sprach sie den Erziehern Mut zu: „Wir als Fachkräfte haben eine eigene Stimme. Wir müssen Verantwortung für uns selbst im System übernehmen.“
Niedersachsens Kultusminister Jan Hendrik Tonne lobte den Berufsstand der Anwesenden. „Eltern haben viel Vertrauen in die frühkindliche Bildung“, betonte Tonne, selbst Vater von vier Kindern. „Bildung darf kein Luxusgut sein. Deswegen gilt auch die Gebührenfreiheit in Kitas.“
Sein Ziel sei, allen Kindern in Niedersachsen die gleichen Bildungs- und Teilhabemöglichkeiten zu bieten. Um diese frühkindliche Förderung auch personell umsetzen zu können, seien zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen worden. Außerdem halte er die vierjährige Ausbildung zum Erzieher für eine bessere Wahl im Vergleich zu einem dualen Studium, das nicht zu mehr Bewerbern führen würde.
