Cloppenburg - In der weiterhin schwelenden Auseinandersetzung um die umstrittene Abwahl der stellvertretenden Bürgermeisterin Jutta Klaus (UWG) hat sich der Cloppenburger Stadtrat am Montag eine rund dreistündige Schlammschlacht geliefert. Wie berichtet, hatte die Kommunalaufsicht des Landkreises am 25. September die Abwahl von Klaus und die Wahl ihres Nachfolgers Lothar Bothe (SPD) in der Ratssitzung vom 19. Juni für ungültig erklärt.
Ratsmitglied Dr. Hermann Bergmann (IBC) verglich Bothe mit dem Hochstapler Felix Krull aus Thomas Manns berühmtem Roman. Bothe sei noch am 28. September bei der Eröffnung des Cityfestes in offizieller Funktion aufgetreten, obwohl er gewusst habe, dass er kein stellvertretender Bürgermeister sei.
Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) erklärte, dass sich Bothe rechtlich einwandfrei verhalten habe. Vertreter verschiedener Fraktionen forderten Bergmann daraufhin auf, sich zu entschuldigen – vergeblich. Bothe selbst nannte Bergmann daraufhin „Dr. Wahnsinn“.
Derweil ist die elfköpfige SPD-Fraktion um inzwischen drei Mitglieder geschrumpft. Nachdem Christian Albers im April im Streit gegangen war, folgte nun Rolf Bornemann. Zudem ist Adem Ortac wegen nicht gezahlter Mitgliedsbeiträge nicht mehr in Fraktion und Partei. Die geschrumpfte SPD muss deshalb einen Sitz im einflussreichen Verwaltungsausschuss abgeben. Diesen bekommt nach einem Losverfahren die neue Fraktion von „Echt Cloppenburg“, die von Albers und Bornemann gebildet wird. „echt.cloppenburg“ heißt auch die neue Dachmarke der Stadt, die zurzeit mit viel Aufwand beworben wird.
