Cloppenburg - Der vierstreifige Ausbau der E 233, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und die Sprintklassen an der BBS Technik sind u.a. Schwerpunktthemen beim Start der diesjährigen Sommergespräche des Bildungswerks gewesen. Dazu hatten sich am Donnerstag 40 Interessierte im Haus der Senioren (HdS) eingefunden. Landrat Johann Wimberg (CDU) stellte sich den Fragen.
Wimberg betonte die Notwendigkeit des Ausbaus der E 233 und gab zu, dass dadurch auch auf der Ortsumgehung der Stadt Cloppenburg ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu erwarten sei. Er teilte mit, dass eine neue Lärmschutzberechnung eine Aufrüstung des Lärmschutzes zur Folge haben werde.
Das neue ÖPNV-Programm „Mobil plus“ starte am 1. April 2020, fuhr er fort. „Es ist ein millionenschweres Projekt. Und ich weiß, wir müssen einen langen Atem haben, bis sich ‚Mobil plus‘ etabliert hat.“ Das Rufbussystem sei von Montag bis Freitag im Einsatz, verbinde alle Städte und Gemeinden im Landkreis. Die Fahrpreise seien erschwinglich. „Nutzt das Angebot“, forderte er die Zuhörer auf. Der Fahrpreis liegt je nach Tarifzonen (Gebiet einer Stadt oder einer Gemeinde) im Bereich von zwei bis sechs Euro pro Erwachsenem.
Leidenschaftlich ging es beim Thema Sprintklassen an der BBS Technik zu. Wie berichtet, hatten rund 50 junge Frauen und Männer, die die Schule besuchen, am 28. Juni dem Kreis 589 Unterschriften übergeben. Die Unterzeichner fordern die Fortführung der so genannten Sprintklassen, in denen es zusätzliche Angebote – insbesondere Sprachhilfen – für Jugendliche mit Förderbedarf gibt. Die finanzielle Förderung, für die das Kultusministerium zuständig ist, war jetzt ausgelaufen Darüber hinaus wollten die Schüler auch das seit vier Jahren in der schuleigenen Bibliothek bestehende Selbstlern- und Förderzentrum erhalten wissen. Die Verträge der engagierten und beliebten Betreuungskräfte Angelika Lange und Hayat Duran sind ausgelaufen.
Der Landrat betonte die Wichtigkeit des Projektes und stellte den Erfolg heraus. Der Landkreis Cloppenburg und weitere Landkreise hätten bzgl. einer Fortsetzung mit dem Kultusministerium die Gespräche gesucht. Das Land könne man nicht aus der Verantwortung lassen, es verabschiede sich aus einem Projekt, „und die anderen zahlen die Zeche“. Dennoch suche man weiter nach Lösungen und Überbrückungen, denn die Integration sei noch lange nicht abgeschlossen.
Auf die Wasserversorgung und Gülleausbringung angesprochen, sagte Wimberg, dass es ein Düngerecht der Landwirtschaftskammer gebe, worauf der Kreis keinen Einfluss habe. Zum Schutz des Grundwassers habe man ein Nitratmonitoring installiert. Jeder Bewohner des Kreises könne sich daran beteiligen, die Ergebnisse würden wissenschaftlich von den Unis Osnabrück und Oldenburg ausgewertet. „Das Grundwasser von heute ist das Trinkwasser von morgen.“
Überrascht schien Wimberg von der „Demografiestrategie des Landkreises“ zu sein. Dort ist als Ziel zu lesen, dass das HdS kreisweite Begegnungs- und Freizeitangebote vorhalten soll. Elsbeth Südbeck ergänzte, dass bis zu zehn Teilnehmende an ihren Englischkursen aus dem Kreis kämen, für die es keine finanzielle Unterstützung gebe, so wie die Stadt verfahre. Wimberg, der in Begleitung seiner Referentin Dr. Lydia Kocar war, versprach, sich dieses Anliegens anzunehmen.
Das nächste Sommergespräch beginnt am Donnerstag, 22. August, 17 Uhr, im Innenhof des St.-Pius-Stifts. Gesprächspartnerin ist MdB Sylvia Breher (CDU). Anmeldungen unter
