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Mentorenprogramm Frau.macht.demokratie Ulla Thomée findet: „Frauen gehören in die Politik“

Cloppenburg - Frauen in der Politik – mittlerweile keine Seltenheit mehr, aber immer noch ist das weibliche Geschlecht unterrepräsentiert. Nur sechs der 38 Ratsmitglieder in Cloppenburg sind weiblich, auf Kreisebene liegt die Frauenquote bei 16,6 Prozent. Und auch in anderen Parlamenten – vom Europaparlament bis zum zu den Kommunalparlamenten – sitzen mehr Männer als Frauen.

Mehr Frauen in den Parteien und den Parlamenten könnten die Debatten- und Entscheidungskultur positiv beeinflussen, findet die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Carola Reimann. Deswegen hat das Ministerium im Vorfeld der Kommunalwahl im Herbst 2021 wieder das Mentoringprogramm „Frau. Macht. Demokratie“ ins Leben gerufen.

Cloppenburgerin dabei

Empfehlen kann das Programm die Cloppenburgerin Ulla Thomée. Sie hat sich als Mentee von Januar 2015 bis Februar 2016 auf ihre Wahl zum Kreistagsmitglied im September 2016 vorbereitet. Seitdem sitzt sie für die UWG im Kreistag, engagiert sich zudem im Freizeit- und Kultur-, im Sozial- sowie im Schulausschuss. „Frauen sehen die Themen mit einer anderen Brille. Bei manchen Sachen bin ich mir sicher, dass sie anders ausfallen würden, wenn mehr Frauen mitentschieden würden“, sagt die UWG-Politikerin.

Die Arbeit als Politikerin erweitere den Horizont und fordere sie bis aufs Äußerte. Thomée findet toll, dass sie etwas erreichen könne statt nur zu meckern. Das Mentoring-Programm im Vorfeld der Wahl habe ihr Sicherheit gegeben, sagt Thomée. Die Initiative ging von Jutta Klaus aus, die für die UWG im Stadtrat sitzt. „Ich wurde von ihr im Sportstudio angesprochen. Das Ganze fing eigentlich harmlos an“, erinnert sich die 67-Jährige schmunzelnd.

Mentorin gefunden

Nach den ersten Treffen mit interessierten Frauen wurde es ernst und die Anmeldung ausgefüllt. Dass sie sich in der UWG engagieren wollte, stand außer Frage. Und auch Doris Hellmann als Mentorin war schnell klar– die beiden Frauen kannten sich schon vorher.

Hellmann sitzt seit 2006 für die UWG im Cloppenburger Stadtrat. „Frauen machen nachhaltigere Politik und sind beständiger“, findet die 56-Jährige. In der politischen Arbeit einer kleinen Fraktion gehe es häufig darum, Ideen in die Köpfe der anderen Politiker zu pflanzen und an ihnen immer wieder ein bisschen zu drücken und zu zupfen. „Wenn die Tür nur einen Spalt breit offen ist, müssen wir sie aufdrücken“, sagt Hellmann. Denn es gebe eben Themen – wie z.B. die Kinderbetreuung – die nicht sofort bewegt werden könnten. Bei Männern müssten Projekte aber immer schnell umgesetzt werden, meint Hellmann.

Die politische Arbeit gefällt der medizinischen Gutachterin vor allem aufgrund ihrer Vielfältigkeit. Außerdem bekommt sie viel mit, was bewegt werden kann. Fünf bis sechs Stunden die Woche müsse sie allerdings schon „opfern“. „Ich mache Politik zulasten anderer Bereiche“, gibt Hellmann ehrlich zu.

Als Mentorin müsse man keine Politik-Expertin sein, findet die 56-Jährige. Die Zusammenarbeit habe ihr viel Spaß gemacht, sagt Hellmann. Das kann auch Ulla Thomée bestätigen. Im Grundkurs Kommunalpolitik lernte sie beispielsweise viel Grundsätzliches. In einem Wochenendseminar wurde die politische Rhetorik unterrichtet. Für die Kurse, die auch einmal in Hannover organisiert wurden, war das Duo häufig einen ganzen Tag unterwegs.

Mut zur Bewerbung

„Frauen gehören absolut in die Politik“, findet Ulla Thomée, die sich als Mentorin zur Verfügung stellt. Und damit anderen Frauen Mut machen will, als gut vorbereiteter Mentee den Weg in die Politik zu beginnen.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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