Cloppenburg - Die Gruppe der Grünen und UWG im Cloppenburger Kreistag spricht sich für eine Fortführung des Sprint-Projektes im Landkreis Cloppenburg aus. Laut nun eingereichtem Antrag der Gruppe sollen die erforderlichen Mittel dafür aus dem Kreishaushalt bereitgestellt werden, solange keine Finanzierung durch das Land Niedersachsen erfolgt.

Bei dem Projekt, das 2017 gestartet ist, gab es an den Berufsbildenden Schulen Technik in Cloppenburg zusätzliche Angebote – insbesondere Sprachhilfen – für Jugendliche mit Förderbedarf. Bisher wurde das Projekt durch das Niedersächsische Kultusministerium gefördert. Dies Förderung ist nun ausgelaufen und das Projekt soll nach jetzigem Stand zum Ende des Monats eingestellt werden.

In ihrer Begründung des Beschlussvorschlages weist die Fraktion darauf hin, dass Angelika Lange und Hayat Duran im Falle der Einstellung des Projektes arbeitslos werden würden, „obwohl ihre Arbeit sehr erfolgreich und notwendig war“. Auch auf die Wertschätzung durch die Schüler und deren Proteste für die Fortführung der Projekt-Klassen wird hingewiesen.

Die Gruppe betont, dass die Schule auf ihre Integrationsarbeit stolz sein könne, da sie „das vom Land geförderte Integrationsprojekt mit Leben erfüllt und vielen jungen Menschen eine Perspektive gegeben“ habe. Ein verbales Lob der Kreisverwaltung, wie es in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion gegeben habe, reiche der Grünen/UWG-Fraktion jedoch nicht. „Der Landkreis als Träger dieser Schule sollte diese Arbeit weiterhin unterstützen“, heißt es.

Grundsätzlich seien zwar auch die Grünen und die UWG der Auffassung der Kreisverwaltung, „dass die Verantwortung für die Finanzierung der Schulsozialarbeit aufseiten des Landes“ liege. Eine fehlende Zuständigkeit sei für sie aber kein Grund, nicht „zumindest vorübergehend die Finanzierung durch den Kreishaushalt sicherzustellen“. Langfristiges Ziel ist dabei die endgültige Übernahme und damit auch der Finanzierung des Projektes durch das Land Niedersachsen.

Die Gruppe weist darauf hin, dass der Landkreis auch bei anderen Projekten, bei denen er nicht zuständig sei, die Finanzierung übernehme. Als Beispiele werden die Planung der E 233, der Breitbandausbau, das anthropologische Institut und die Stiftungsprofessur genannt. Auch eine Fortsetzung des Sprint-Projektes sei aufgrund des offensichtlichen Erfolges „dringend geboten“.

Der Antrag wurde von Gruppensprecherin Dr. Irmtraud Kannen sowie ihren Stellvertretern Ulla Thomée und Fabian Wesselmann unterzeichnet. Der Punkt soll in die Tagesordnung der Sitzung des Schulausschusses am 29. August, des Kreisausschusses am 24. September und des Kreistages am 1. Oktober aufgenommen werden.