CLOPPENBURG - Streit um die Rolle der Gleichstellungsbeauftragten Ursula Brokamp bei der Stadt Cloppenburg hat es am Montag bei der Ratssitzung zwischen den Fraktionen von Grünen und UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft) auf der einen Seite und Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese auf der anderen Seite gegeben. Die Gleichstellungsbeauftragte – seit 2005 nur noch ehrenamtlich tätig – müsse wieder hauptamtlich tätig sein, damit die Stadt ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen könne, erklärte UWG-Ratsfrau Constanze Korfhage. Die Stadt komme ihren vom Gesetzgeber auferlegten Aufgaben auch jetzt schon in vollem Umfange nach, entgegnete Wiese.

Brokamp hatte in ihrem Dreijahresbericht unter anderem erklärt, dass es bei der Stadt Cloppenburg keine Frauen im höheren Dienst gebe. Die Frauen seien vielfach aber auch nicht bereit, „für ein paar hundert Euro mehr“ in Führungspositionen größere Verantwortung zu tragen, so die Gleichstellungsbeauftragte weiter.

Diese Aussage brachte UWG-Ratsfrau Doris Hellmann auf die Palme. Es sei „erschütternd“, wie ausgerechnet die Gleichstellungsbeauftragte eine solche Aussage treffen könne.

„Das Arbeitsfeld der Gleichstellungsbeauftragten ist eigentlich ein weites Feld. Doch im Ehrenamt kann sie wegen der zeitlichen Eingeschränktheit und mangelnden Präsenz nur einen Bruchteil der Aufgaben wahrnehmen“, lautete Brokamps Fazit.

„Ein vernichtendes Urteil“, kommentierte Michael Jäger. Der Grünen-Fraktionschef forderte im Übrigen für Cloppenburg genau wie die UWG die Rückkehr einer hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten.