Cloppenburg - Ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung von Kies- und Schottergärten hat der Cloppenburger Stadtrat am Montagabend einstimmig beschlossen. So wurde die Stadtverwaltung beauftragt, künftig verstärkt auf die Einhaltung der Niedersächsischen Bauordnung hinsichtlich der Versiegelung von privaten Flächen zu achten. Auch Schotter- und Kiesflächen seien als Teilversiegelung zu betrachten – undurchlässige Folie, Beton und Asphalt als Vollversiegelung.
Zudem sollten Haus- und Wohnungsbesitzer bei der Gestaltung von Freiflächen auf eine möglichst naturnahe Bepflanzung mit heimischen Arten achten. Darüber hinaus bittet der Rat die Bürger darum, vorhandene Versiegelungen möglichst naturnah umzugestalten.
Bei Letzterem soll die Stadt auf Antrag der UWG mit gutem Beispiel vorangehen. So wurde die Verwaltung nach längerer Diskussion mit 16 Ja-Stimmen, vier Nein- und zwölf Enthaltungen beauftragt, auf öffentlichen Flächen vorhandene Schotter- und Kieselsteinbeete abzutragen und dafür Pflanzen zu setzen. Außerdem soll die Stadt künftig auf Kies- und Schotterbeete verzichten. Der Planungs- und Umweltausschuss hatte dieses Vorhaben am 21. August noch mehrheitlich abgelehnt. „Wer das vom Bürger einfordert, muss es auch als Stadt umsetzen“, sagte Grünen-Fraktionschef Michael Jäger am Dienstag auf Nachfrage.
Darüber hinaus beschloss der Rat, ebenfalls auf Antrag der UWG, dass er die bundesweiten Baumpflanzaktion „Einheitsbuddeln“ am 3. Oktober unterstützen will. Dazu solle die Stadt die Bürger um ein persönliches Pflanzversprechen eines Baumes bitten, das diese auf der Seite www.einheitsbuddeln.de eintragen. Fürs nächste Jahr sei eine gemeinschaftliche Pflanzaktion beispielsweise im Mehrgenerationenpark anvisiert, so die städtische Pressesprecherin Benita Meyer am Dienstag auf Nachfrage.
Darüber hinaus sind die Grünen vorerst mit ihrem Antrag gescheitert, dass auch die ökologischen Auswirkungen von Beschlüssen künftig in allen Vorlagen dargestellt werden müssen. Die Grünen wollten nicht nur nachteilige Folgen wie Flächenverbrauch, Versiegelung, Wärme- und Energieverbrauch und CO²- Emissionen aufgeführt wissen, sondern auch positive Aspekte wie Energie- und CO²- Einsparungen, Artenschutz, Lärmminderung und Schadstoffreduktion. Da aber die CDU/FDP/Zentrum-Gruppe immer noch Diskussions- und Beratungsbedarf hat, soll auf Antrag dieser Fraktion das Thema noch einmal im Fachausschuss behandelt werden. Abgestimmt werden soll dann am 4. November bei der nächsten Stadtratssitzung.
