Cloppenburg - Poller auf Radwegen sind ein Sicherheitsrisiko und haben dort nichts zu suchen – zumindest wenn es nach der Fraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) im Cloppenburger Stadtrat geht. Deshalb hat die UWG nun einen Antrag auf Überprüfung und Entfernung von Pollern gestellt, heißt es einer Pressemitteilung der Fraktion.
Sicherer und attraktiver
Für die Sicherheit des Radverkehrs sei das Freihalten der Radwege von grundlegender Bedeutung, heißt es weiter. Deshalb sollten Radwege grundsätzlich von Hindernissen wie Pollern und Umlaufsperren frei gehalten werden. So könne das Radfahren – insbesondere für Menschen mit Sonderfahrrädern wie Radfahrende mit Kinderanhängern, Tandems, Lastenrädern oder breiteren Rädern, wie sie von Menschen mit Beeinträchtigungen genutzt werden – sicherer und attraktiver gemacht werden, waren sich die Unabhängigen in ihrer jüngsten Fraktionssitzung einig.
Eine UWG-Anfrage vom Juni 2020 habe ergeben, dass die Verwaltung Poller für erforderlich halte, wenn Radwege von Autos missbräuchlich genutzt würden. „Das Ziel, Radwege vom Autoverkehr frei zu halten, kann nicht mit der Gefährdung von Radfahrern erkauft werden“, so Ralph Meyer, Bau- und Verkehrsausschuss-Mitglied. „Wir trauen Autofahrern allerhand zu, aber dass sie einfach auf Radwegen oder Bürgersteigen herumfahren, glauben wir nicht.“
Der Einbau und die Begründung, Poller oder Umlaufsperren einzubauen, werde nicht dokumentiert. Ebenfalls nicht der Rückbau und ob es Kollisionen mit Pollern und Rennsperren gegeben habe, heißt es von der Verwaltung weiter. „Natürlich gibt es Situationen, wo eine Umlaufsperre Sinn macht. Aber an und auf allen Radwegen in der Stadt Poller anzubringen, erschließt sich uns nicht, zumal die Installation und die Wartung der Poller den Haushalt unnötig belasten“, erläutert Thorsten Persigla, UWG-Mitglied im Bau- und Verkehrsausschuss.
Andere Möglichkeiten
Die UWG erwarte, dass die Verwaltung vor Einbau eines Pollers prüft, ob es andere Möglichkeiten gibt, die Sicherheit der Radler zu gewährleisten. Warnschilder oder Piktogramme auf dem Radweg seien Möglichkeiten, die viel mehr genutzt werden sollten. „Nicht nur der Cloppenburger, sondern auch der Radtourismus würde davon profitieren“, so Jutta Klaus, UWG-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat.
