Cloppenburg - Mit der Kinderbetreuung in der Stadt Cloppenburg hat sich am Dienstagabend der Ausschuss für Soziales in seiner öffentlichen Sitzung im Cloppenburger Rathaus befasst. Die Ausschussmitglieder empfahlen einstimmig den Bau einer fünfgruppigen Kindertagesstätte an der Eisenhutstraße. Uneinigkeit herrschte indes bei einem Antrag, den die UWG/FDP eingebracht hatte.
Fraktionsvorsitzende Jutta Klaus führte aus, dass ein Investitionsprogramm Kindertagesbetreuung 2019 bis 2023 aufgelegt werden solle. Auf Basis der vom Landkreis erhobenen Kindergartenbedarfsplanung solle schrittweise bis zum Jahr 2023 eine hundertprozentige Betreuungsquote im Kindergartenbereich und eine mindestens sechzigprozentige Betreuungsquote im Krippenbereich sichergestellt werden.
„Die Versorgung mit Kita- und Krippenplätzen in Cloppenburg ist nachweislich unzureichend“, begründete die Ratsfrau den Antrag. Laut Zahlen des Kreise fehlen bis zum Jahr 2023 467 Vormittagsplätze. Klaus mahnte, dass es derzeit keinen Plan gebe, wie die Kinderbetreuung in der Stadt weitergestaltet werden solle. Der Bedarf steige weiterhin. „Wir machen uns mit den fehlenden Plätzen den Wirtschaftsstandort kaputt. Die Eltern brauchen Planungssicherheit, und die können wir nur sicherstellen, wenn wir selbst einen Plan haben“, mahnte die Politikerin.
Reinhard Riedel, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, erläuterte, dass mit Stand 3. August noch 89 Krippen- und 60 Kindergartenkinder unversorgt waren. Deren Eltern seien angeschrieben worden, damit diese ihre Kinder in der Übergangslösung „Kita Dechant-Brust-Straße“ in der ehemaligen Grundschule St. Andreas anmelden können. Dort ist Platz für 80 Kindergarten- und Krippenkinder in vier Gruppen. Die Einrichtung soll Mitte August bezugsfertig sein.
Insgesamt seien 32 Anmeldungen für die Krippe zurück gekommen, 24 Kinder seien für den Kindergarten angemeldet worden. Unterstützung für den Antrag, eine hundert- beziehungsweise sechsprozentige Betreuungsquote im Kindergarten- und Krippenbereich zu erreichen, erhielt die Gruppe UWG/FDP von Grünen-Fraktionschef Michael Jäger. Zweifel daran, dass eine hundertprozentige Betreuungsquote in Cloppenburg überhaupt nötig ist, äußerten SPD und CDU. „Die Realität zeigt, dass nicht alle Kinder im Kindergarten angemeldet werden“, sagte Sozialdemokrat Andreas Borchers.
„Wir stören uns an den 100 Prozent. Ein Ausbau um jeden Preis ist nicht zielführend. Wir stellen einen Antrag, das Thema zurück in die Fraktionen zu geben“, forderte Prof. Dr. Marco Beeken (CDU). Diesem Antrag wurde bei acht Ja-Stimmen und fünf Gegenstimmen entsprochen.
Einen Schritt weiter kam der Ausschuss hingegen beim Bau einer Kindertagesstätte an der Eisenhutstraße 7 bis 9 im Cloppenburger Süden. Fachbereichsleiter Riedel erläuterte, dass dort aus Gründen der Zeit- und Kostenersparnis die Kita Abenteuerland nachgebaut werden solle.
Dieses Vorhaben fand Zustimmung in allen Fraktionen. Andreas Borchers gab zu bedenken, Rücksprache mit den Erziehern zu halten, um mögliche Fehler beim Bau der Kita Abenteuerland im Stadtsüden nicht zu wiederholen. Der Ausschuss empfahl die Errichtung von zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen.
