CLOPPENBURG - Die Stadt und die Marktbeschicker mischen das herkömmliche Programm mit einem neuen Konzept. Dadurch hoffen sie auf eine Belebung.

von michael loots

CLOPPENBURG - Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese hat gestern Nachmittag die Eröffnung des traditionsreichen Mariä-Geburtsmarktes in der Kreisstadt zur Wahlwerbung genutzt. Aber nicht in eigener Sache oder der seiner Partei, sondern im Sinne der Demokratie. „Die größte Partei in Cloppenburg bilden die Nichtwähler. Das müssen wir ändern“, forderte Wiese die anwesenden Bürgerinnen und Bürger zur kommunalen Stimmabgabe am morgigen Sonntag auf.

Bei erstmals strahlendem Wetter nach vielen regnerischen Tagen hatte der Bürgermeister sichtlich gute Laune. Die rührte offensichtlich auch von dem neuen Konzept her, mit dem der im Volksmund „Mary Markt“ genannten Veranstaltung neues Leben eingehaucht werden soll. Denn seit Jahren leidet das Marktgeschehen unter einem unattraktiven Programm, einem gängigen Vorurteil einer Aussiedlerdominanz im Publikum, der einen oder anderen Pöbelei und Schlägerei und schrumpfenden Besucherzahlen.

Mit dem neuen Modell wollen Stadt und Marktbeschicker die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Mariä-Geburtsmarktes neu stellen. Dazu zählt an erster Stelle die Einbindung der Markthalle, die sich in den restlichen drei Tagen als Kneipenstadt präsentiert – mit Cocktail-Lounge, bayerischem Biergarten, Irish Pub, Pizza Blitz und Bierkneipe. Heute steigt dort um 20 Uhr zudem eine „Mary Markt Party XXL“.

Aber auch sonst ist für das Vergnügen einiges getan. Rund 100 Geschäfte aller Art sind auf dem zwei Hektar großen Marktplatz aufgebaut, darunter viele rasante Großfahrgeschäfte und erstmals der „Globus-Flieger“. Heute und morgen beginnt der Markttrubel jeweils um 14 Uhr, am Montag bereits um 11 Uhr.

Der Auftakt gestern mit der Verlosung war jedenfalls geglückt. Fast 500 Kinder und Erwachsene nahmen teil, den Hauptpreis gewann Bernhard Rolwers aus Cloppenburg. Das Kinderfahrrad muss allerdings noch wachsen, denn das bekommt sein Sohn, der ebenfalls Bernhard heißt. Und der ist schon 19.