Süderschwei - Ratsherr Gerd Coldewey (Die Linke) hat dank der Hinweise zweier Zeitzeugen neue Erkenntnisse über die Hinrichtung polnischer Zwangsarbeiter in Süderschwei gewonnen. Wie die NWZ  berichtete, beantragt Coldewey ein Mahnmal für die beiden Getöteten.

So wie es sich jetzt darstellt, fand die Hinrichtung nicht im August 1941 statt, sondern am 24. April 1942. Im August 1941 habe die Gestapo die beiden Zwangsarbeiter Tadeus Bzurski und Wladislaw Klara wegen Geschlechtsverkehrs mit deutschen Frauen an ihren Arbeitsstellen auf Bauernhöfen in Schweiburg und Norderfrieschenmoor festgenommen. Die Gestapo habe sie ohne Gerichtsverfahren in einem kleinen Waldstück hinter einem Bauernhof in Süderschwei erhängt – das sei als „Sonderbehandlung“ seit 1936 erlaubt gewesen.

Mehr als 100 Zwangsarbeiter hätten sich diese Hinrichtung ansehen müssen – zur Abschreckung. Die deutschen Nachbarn mussten dagegen in ihren Häusern bleiben. Wo die beiden Opfer begraben liegen, weiß Gerd Coldewey nicht. Er hat Anfragen an die Kirchengemeinden Schwei, Schweiburg und Strückhausen gestellt.