Jever - Das Provisorium im Kindergarten Klein Grashaus soll im September 2014 endgültig Vergangenheit sein: Die Stadt Jever plant den Anbau eines Gebäudes an den Kindergarten, der Platz für die 15 Kleinkinder der Krippengruppe bietet.
Im August 2012 waren direkt neben dem Kindergarten Container aufgestellt worden, in denen 15 Kinder unter drei Jahren betreut werden können. Vorgesehen waren die Container als Übergangslösung, denn Kinder und Betreuer zogen im Frühjahr 2013 in die neue Krippe am Ammerländer Weg um. Doch um den Rechtsanspruch der jeverschen Eltern auf einen Krippenplatz erfüllen zu können, blieben die Container stehen und eine neue Krippengruppe wurde gegründet.
„Die Gruppe ist mit 15 Kindern ebenfalls ausgelastet“, berichtete Björn Mühlena vom Ordnungsamt am Mittwoch in der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Sozialausschuss. Der Bedarf nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder sei da – doch das Provisorium muss aufgelöst werden.
Deshalb beauftragte die Stadtverwaltung das Vareler Architekturbüro Kieselhorst und Piltz mit einer Machbarkeitsstudie für einen Anbau ans Kindergartengebäude in Klein Grashaus. Eine 190 000 Euro teure Variante, die den Bau eines 45 Quadratmeter großen Gruppenraums auf der Nordseite sowie Umbauten im Bestand vorsieht, hat das Landesjugendamt – zuständig für die Erteilung der Betriebserlaubnis – abgelehnt.
Die Stadt muss deshalb über einen rund 250 000 Euro teuren und rund 120 Quadratmeter großen Anbau beraten, der neben dem Gruppenraum auch Garderobe, Ruhe- und Sanitärraum vorsieht. Die Architekten schlagen vor, ihn im Osten an den Kindergarten anzubauen. Ihnen schwebt ein kubisches Gebäude mit Flachdach vor, das über einen Gang ans bestehende Gebäude angeschlossen wird. Das ist notwendig, weil bestimmte Räume im Kindergarten wie die Behindertentoilette mitgenutzt werden.
Das Außengelände für die Kleinkinder würde sich dann nördlich an den Anbau anschließen.
Den Anbau in den Norden des bestehenden Gebäudes zu setzen, dorthin, wo jetzt die Container stehen, wäre Egon Hamacher von der Stadtverwaltung zufolge nicht sinnvoll, weil dringend Parkplätze am Kindergarten benötigt werden.
Die Kosten für den Anbau hat die Stadt bereits in ihren Nachtragshaushalt aufgenommen. Das Land würde die Kosten mit maximal 115 500 Euro bezuschussen – ein vorläufiger Förderantrag war von der Stadtverwaltung bereits gestellt worden.
Geplant ist, dass bis Jahresende die Ratsgremien Beschlüsse über den Anbau fassen, so dass Anfang Januar der Planungsauftrag ergehen könnte. Mit Ausschreibung im März und Baubeginn im April könnte der Krippen-Anbau im September zum Beginn des neuen Kindergartenjahres bezugsfertig sein.
Die Mitarbeiter des Kindergartens und das Diakonische Werk als Betreiber haben ihre Zustimmung zu den Plänen bereits signalisiert: „Wir hätten mit dem Anbau wieder ausreichend Platz, um differenziert arbeiten zu können“, sagte Kindergarten-Leiter Wolfgang Steinborn.
Zugunsten einer altersübergreifenden Kleingruppe waren Räume umgenutzt worden, die nun wieder ihrer ursprünglichen Funktion zugeführt werden können.
