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NWZonline.de Nachrichten Politik

Keine Hoffnung auf Zeit ohne Judenhass

06.05.2019

Dachau /Köln Das gesellschaftliche und politische Problembewusstsein für Antisemitismus ist nach Ansicht von Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, gewachsen. „Doch die Hoffnung darauf, eine Zeit ohne Judenhass noch zu erleben, in der jüdisches Leben in Deutschland Normalität ist und in der jüdische Gemeinden ohne Panzerglas und ohne Sicherheitsschleusen auskommen, habe ich für mich selbst bereits aufgegeben“, sagte Knobloch am Sonntag beim Gedenken zum 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau. Zu groß und zu zahlreich seien die Rückschläge der vergangenen Jahre gewesen.

Knobloch betonte, wie wichtig die demokratischen Strukturen des Landes für die wiederentstehende jüdische Gemeinschaft gewesen und bis heute geblieben seien. Nach der Befreiung des Lagers vor 74 Jahren sei es für die Überlebenden noch unvorstellbar gewesen, „dass wir als jüdische Bürger dieses Landes hier zusammenkommen, um der Toten zu gedenken“. Dachau zeige, wie groß die Errungenschaften der freiheitlichen Demokratie seien. „Und wie wichtig es ist, dass wir sie gemeinsam erhalten“, erklärte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Angesichts der Veränderungen der politischen Landschaft gestalte sich dies heute jedoch schwerer denn je. Gerade die AfD „ist in Fundamentalopposition nicht nur zu den demokratischen Parteien, sondern zum gesamten demokratischen Staatswesen, das wir schätzen und von dem wir alle abhängen“, sagte Knobloch. Der Erfolg der Demokratie und das Wiedererstarken eines jüdischen Lebens in Deutschland beruhten dabei „auf einem politischen Grundkonsens, den aufzukündigen die AfD sich zur wichtigsten Aufgabe erkoren hat. Dieser Grundkonsens lautet: ‘Nie wieder’“, sagte die Präsidentin. Sie rief insbesondere die jüngere Generation dazu auf, Haltung zu zeigen.

Kardinal Rainer Maria Woelki ist „fassungslos“ über die Schmähungen gegen den neuen Kölner Rabbiner Yechiel Brukner. „Ich schäme mich als Kölner für solche Vorfälle, die unter gar keinen Umständen zu tolerieren sind“, sagte der Erzbischof am Sonntag dem kirchlichen Internetportal domradio.de. Der seit September amtierende Brukner hatte sich über massive antisemitische Anfeindungen in Bussen und Bahnen beklagt. Sowohl Migranten als auch Deutsche hätten sich ihm gegenüber feindlich geäußert, wenn er seine Kippa getragen habe.

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