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NWZonline.de Nachrichten Politik

Wieder Raketenangriff in Syrien

10.04.2018

Damaskus Syrien und sein enger Verbündeter Russland machen Israels Luftwaffe für einen schweren Raketenangriff auf einen syrischen Militärflugplatz verantwortlich. Bei der Bombardierung wurden mindestens 14 Angehörige der Armee und verbündeter Milizen getötet, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Der Angriff erfolgte nur zwei Tage nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff der syrischen Regierung auf das letzte verbliebene Rebellengebiet in der umkämpften Region Ost-Ghuta.

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, zwei israelische Kampfjets vom Typ F-15 hätten vom Libanon aus acht Raketen auf den Flugplatz T4 nahe der Stadt Homs abgefeuert. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Luftabwehr des Landes habe den israelischen Raketenangriff abgewehrt.

Wie bereits in früheren Fällen wollte sich die israelische Armee nicht zu den Vorwürfen äußern. Israel hat bereits mehrfach Ziele im benachbarten Bürgerkriegsland bombardiert. Die Angriffe richten sich nach Meinung von Beobachtern vor allem gegen die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah, einen engen Verbündeten der syrischen Armee. Die bewaffnete Gruppe wird vom schiitischen Iran finanziert und gilt als dessen verlängerter Arm.

Schon vor zwei Monaten hatte Israels Luftwaffe den Flugplatz T4 bombardiert, nachdem von dort eine iranische Drohne gestartet war, die später in israelisches Hoheitsgebiet eingedrungen sein soll. Der strategisch wichtige Flugplatz in der zentralsyrischen Wüste ist die größte Luftwaffenbasis Syriens. Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass ihn auch iranische Milzen und russische Soldaten nutzen.

Unklar ist, ob die Bombardierung am Montag mit dem mutmaßlichen Giftgasangriff der syrischen Armee zwei Tage zuvor auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta zusammenhängt. Dabei sollen mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden sein.

Der mutmaßliche Giftgaseinsatz setzt den Westen unter Druck. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte mit „gezielten Schlägen“ gegen die syrische Regierung gedroht, sollte ein tödlicher Einsatz von Chemiewaffen unwiderlegbar bewiesen sein. Das sei eine rote Linie, sagte er. Die USA schlossen militärische Schritte gegen die syrische Regierung nicht aus. Präsident Donald Trump kündigte am Montag eine schnelle Entscheidung seiner Regierung an. Er wolle mit seinen militärischen Beratern über mögliche Schritte sprechen. Alle Optionen würden in Betracht gezogen.

Auch die Bundesregierung vermutet Syriens Armee hinter dem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz. Die Umstände deuteten auf „die Verantwortlichkeit des Assad-Regimes“ hin, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: Ein so schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht „darf nicht ungesühnt bleiben“.

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