Großenkneten - Recht ruhig war es in den vergangenen vier Jahren um den Präventionskreis der Gemeinde Großenkneten. Dabei ist „Initiative Kaktusblüte“ – bestehend aus 40 Vertretern öffentlicher Einrichtungen – breit gestreut. Wie berichtet, soll die Initiative nun wieder Fahrt aufnehmen. Geplant ist ein Neuanfang mit Bestandsaufnahme, Beschreibung von Zielen und Schaffung von Strukturen. Neue Vorsitzende sind Dorothee Otte-Saalfeld und Carsten Grallert.

Doch die Initiative Kaktusblüte ist viel älter. Schon 1995 waren der damalige Leiter der Graf-von-Zeppelin Schule in Ahlhorn, Rolf Beckemeyer, und Bernd Book aktiv, um die Probleme mit Jugendlichen besonders in Ahlhorn in den Griff zu bekommen.

Besonders hautnah erlebte Beckemeyer die Probleme im Schulalltag. „Die erste Generation Russland-Deutscher, die zu uns kam, gliederte sich unproblematisch ein. Mit der zweiten Generation, die danach kam, sah es schon anders aus. Schlimmer wurde es noch, als türkische Einwanderer kamen, denn die vertrugen sich untereinander gar nicht.“

Das habe sich auch auf die Freizeit übertragen. Der damalige Jugendpfleger Alfred Büngen arbeitete eng mit der Schule zusammen, aber einen Jugendtreff in Ahlhorn gab es nicht. Um der Lage Herr zu werden, wurde die Initiative Kaktusblüte ins Leben gerufen. „So kamen Vertreter aus allen Bereichen zusammen“, erinnert sich auch Bernd Book. Allerdings habe die Politik die Präventionsarbeit nur schleppend angenommen.

Im Mai 1997 war die erste Sitzung des Präventionskreises anberaumt. Schnell ging es um ein Jugendzentrum im Brennpunkt Ahlhorn. Mit ABM- und Honorarkräften wurde versucht, die Jugendarbeit im Ort zu gewährleisten. Gefordert wurde neben dem Jugendzentrum auch ein Streetworker. Die Hausmeisterwohnung im Dorfgemeinschaftshaus sollte für Jugendarbeit genutzt werden. Das sei aber bei der Gemeindespitze nicht auf offene Ohren getroffen, so Book und Beckemeyer.

Veranstaltet wurde ein „Kaktusblütenfest“, an dem sich 19 Vereine und Gruppen beteiligten. Ein Anfang schien gemacht. Doch so richtig sei das Problem des Brennpunkts Ahlhorn nie angegangen worden.

Also eine fast unendliche Geschichte, die jetzt mit dem neuen Präventionskreis und engagierten Vertretern aus Schule und anderen Einrichtungen die Chance bietet, die verschiedenen Strömungen der Anwohner in Ahlhorn an einen Tisch zu bringen.

Das hoffen auch Bernd Book und Rolf Beckemeyer, deren Herzen immer noch an einer gedeihlichen Arbeit der Initiative Kaktusblüte hängen. „Es braucht dazu auch Menschen mit Antrieb, die nicht aus der Politik kommen“, erklärte der ehemalige Schulleiter. Dann könne aus dem Neuanfang ein echter Präventionskreis werden.