Die Unesco schützt nicht nur Bauwerke wie den Kölner Dom oder die Hamburger Speicherstadt, sondern auch immaterielle Kulturgüter – wie ab sofort das Schützenwesen. Heino Brackhahn, Präsident des Ganderkeseer Schützenbundes, nahm die Nachricht erfreut zur Kenntnis.

Herr Brackhahn, haben Sie die Korken bereits knallen lassen?

BrackhahnWarum das denn?

Die Unesco hat das Schützenwesen auf seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

BrackhahnDas ist ja toll! Eine sehr, sehr, sehr gute Nachricht für uns! Das gibt uns jetzt hoffentlich neuen Drive.

Inwiefern?

BrackhahnNaja, viele können ja mit dem Schützenwesen nicht viel anfangen. Es gibt da viele Klischees – beispielsweise, dass bei den Schützen ständig getrunken wird. Was wirklich dahinter steckt, sehen diese Kritiker nicht. Daher ist es wichtig, dass wir bei Umzügen auch nach draußen gehen und zeigen, dass wir Traditionen pflegen. Man sollte einen guten Mittelweg finden, Sport und Tradition miteinander zu verbinden.

Was erhoffen Sie sich von der Auszeichnung der Unesco?

BrackhahnIch könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass es uns in Sachen Schulsport nach vorn bringt. Bislang lehnt das Kultusministerium Kooperationen der Schulen mit den Schützenvereinen ab. Dabei ist ja erwiesen, dass Kinder, die sich mit dem Schießsport beschäftigen, eine höhere Konzentrationsfähigkeit haben. Schießen hat sehr viel mit Disziplin und Konzentration zu tun.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee