Emden/Celle - Zum Welthospiztag haben Sterbehilfe-Gegner und Kirchenvertreter erneut vor einer Legalisierung aktiver Sterbehilfe gewarnt. Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering wandte sich in der ZDF-Sendung „Aspekte“ am Freitagabend entschieden gegen eine Argumentation für das Recht auf Selbsttötung, wie sie etwa der frühere MDR-Intendant Udo Reiter vertrat, der am Freitag nach Einschätzung der Polizei Suizid beging. Müntefering äußerte tiefes Bedauern über den Tod des Journalisten.

„Wenn jemand wie Reiter oder andere sagen, ein Leben ist für mich nicht lebenswert, wenn ich gewindelt werden muss oder wenn ich dement bin, dann ist das eine Aussage über andere Menschen.“ Durch eine solche Aussage erhebe man sich über andere, sagte Müntefering. Es könne nicht sein, dass „immer die neuen Helden der Selbsttötung gefeiert werden.“

Reiter wurde am Freitag erschossen auf der Terrasse seines Hauses bei Leipzig gefunden. Der 70-Jährige saß seit 1966 im Rollstuhl. Er hatte stets für ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben plädiert.

Für Christen könne Sterbehilfe nur eine Begleitung beim Sterben heißen, sagte der Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Martin Heimbucher, in Emden. Eine Legalisierung aktiver Sterbehilfe lehnte er ab. Der Hospizexperte Ulrich Domdey forderte mehr Investitionen in die Pflege, um alle Menschen zum Lebensende angemessen zu betreuen.

Der Bundestag wird sich am 13. November mit dem Thema Sterbehilfe beschäftigen.