Grafschaft - Auf den Verein den Grafschafter, die so genannte Brunnengemeinschaft, kommen möglicherweise schwierige Zeiten zu: Wie berichtet, hat Vorsitzender Rainer Klischan zur Verjüngung der Vorstandsmannschaft aufgerufen. Sowohl er als auch die weiteren Mitglieder des Vereinsvorstands werden im kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen.
Auf der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte „Parkhaus“ Moorwarfen appellierte Klischan, sich frühzeitig Gedanken zu machen, wer die Nachfolge antreten könne und wolle. Klischan, der das Amt 2012 „aus reiner Verlegenheit übernommen hat, weil sich kein anderer anbot“, wird bald 70 Jahre alt und tritt definitiv nicht wieder für ein Vorstandsamt an.
Aktuell zählt der Verein der Grafschafter 286 Mitglieder. Doch der Altersdurchschnitt ist inzwischen recht hoch. „Uns fehlen vor allem junge Grafschafter Familien, die sich hier einbringen wollen“, so der Vorsitzende. Er rief die Mitglieder dazu auf, im Ort bei den jüngeren Leuten für den Verein zu werben. „Mit einem Notvorstand lässt sich das Angebot und all die vielen Feste im Ort nicht organisieren“, sagte Klischan.
Das Brunnenfest im September ist seit mehr als 50 Jahren der gesellige und gesellschaftliche Höhepunkt im Vereinsjahr der Grafschafter. Immer schwieriger werde es allerdings, einen neuen Brunnenmeister zu finden. Klischan holt sich von Jahr zu Jahr mehr Absagen ab, wenn er mögliche Kandidaten fragt, ob sie für das Amt des Brunnenmeisters zur Verfügung stehen. „Ich hatte bereits eine Zusage für dieses Jahr“, so Klischan. Doch der Kandidat habe kürzlich dann doch aus persönlichen Gründen einen Rückzieher gemacht. Nun beginnt die Suche wieder von vorn. Das Problem sei, dass viele sehr gern die vielen Angebote und Veranstaltungen des Vereins in Anspruch nehmen, sich aber nur wenige aktiv in die Vereinsarbeit einbringen können oder wollen.
Immerhin: Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Vereins seien geordnet, so Klischan. Im vergangenen Jahr seien zudem viele Vereinsdokumente digitalisiert worden. Übersichtlich und informativ präsentiere sich auch der neue Internetauftritt des Vereins.
Thema waren noch einmal die laut Verein zu niedrigen Überflüge der Hubschrauber des Unternehmens Wiking Helikopterservice in Richtung Nordsee. Das Unternehmen habe zugesagt, für Abhilfe zu sorgen, müsse aber auch auf die vorgeschriebenen Luftkorridore achten.
Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling hatte die Jahreshauptversammlung genutzt, um über aktuelle kommunalpolitische Themen zu informieren.
