DEN HAAG - Die niederländische Königin Beatrix hat den rechtsliberalen Politiker Mark Rutte mit der Bildung einer neuen Regierung betraut. Die Minderheitsregierung wird im Parlament auf den Islamgegner Geert Wilders als Mehrheitsbeschaffer angewiesen sein.

Wenige Stunden nach Erhalt des Auftrags machte sich der designierte Ministerpräsident und Chef der rechtsliberalen VVD am Freitag an die Arbeit: Der 43-Jährige bot dem führenden Christdemokraten (CDA) Maxime Verhagen (54) den Doppelposten des Vize-Regierungschefs und Wirtschaftsministers an.

Der Rechtspopulist Wilders ist zwar nicht direkt an der Regierung beteiligt, verfügt jedoch über erheblichen Einfluss. Gemäß dem Duldungsabkommen, das Rutte und Verhagen mit ihm aushandelten, soll ein generelles Verbot des Ganzkörperschleiers Burka sowie des Tragens von Kopftüchern in Behörden erlassen werden.

Rutte wird der erste liberale Ministerpräsident des Königreichs seit 92 Jahren. Zudem erhalten die Niederlande im Ergebnis der vorgezogenen Parlamentswahlen vom 9. Juni erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine Minderheitsregierung. Verhagen, der bisher Außenminister war, erklärte, er sehe in seiner neuen Aufgabe „eine große Herausforderung“, der er sich gern stelle.